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Sommerkühe, Sommerkinder

Sommerkühe, Sommerkinder

Sommerkühe, Sommerkinder

82 Kühe der Schwarzenberger Alpgemeinschaft verbringen ihren Sommer auf der Alpe Obere und grasen auf den steilen Hängen zwischen Klippern und Kanisfluh. Mit ihnen lebt die Familie Rüf, die hier den Sommer hindurch arbeitet. Und dabei auch zwei „Alpkinder“ mitbetreut, sogenannte „Pfister“, die hier mithelfen.

„Ma künt zimmo z’Alp gau – Wir könnten gemeinsam auf die Alp gehen“, hatte Herbert Rüf seiner Frau Barbara im Frühjahr 1994 vorgeschlagen. Barbara war einverstanden, und so ging es mit den drei Kindern im Juni in die Berge.

Hinter der Bergstation „Roßstelle“ der Mellaubahn beginnt die Wanderung zur etwas mehr als eine Stunde entfernten Alpe Obere. Gemächlich windet sich der schmale, von hüfthohen Gräsern und Sommerblumen gesäumte Weg den Berg hinauf. Nach zwanzig Minuten biegt man um eine Kurve – und blickt mitten ins Paradies: die stille, blumenübersäte Hochebene der Alpe Kanis, umrahmt und beschützt von den steilen Hängen von Klippern, Gungern, Wannenkopf und Bettlerkopf. Nach ihr geht es, gemächlich ansteigend, in Richtung Wurzachalpe. Für Kinder gibt es unterwegs immer wieder etwas zu entdecken: Kühe, Pferde und Schafe auf den Alpwiesen, gaukelnde Schmetterlinge, betriebsame Hummeln und riesengroße Ameisen im grünen Dickicht am Wegrand. 

Auf der Wurzachalpe am Fuß der Kanisfluh hat man die Baumgrenze erreicht. Steile Grashänge bis zu den Gipfeln hinauf. Der Wind trägt leise den stetigen, melodischen Klang von Kuhglocken ans Ohr. Dort unten liegen Au und Schoppernau. Ein kurzer Abstieg zur Alpe Obere; nach nur wenigen Wegkurven ist die große, in einer Senke gelegene Hütte erreicht. Von der schattigen Veranda schweift der Blick im nachmittäglichen Sommerdunst weit hinunter nach Au- Schoppernau, weiter in den hinteren Bregenzerwald und zu den Gipfeln des Lechquellengebiets. Rundum herrscht ruhige Geschäftigkeit. Die Kühe verbringen den Nachmittag kauend auf den Alpwiesen. Herbert Rüf ist in der großen, hütteneigenen Sennküche mit der Käseproduktion beschäftigt. Sein Sohn Andreas schaut auf dem Weg zur oberen Weide kurz vorbei, und die beiden Alpkinder Johanna und Edwin säubern die Küche nach dem Mittagessen.

„Ma künt zimmo z’Alp gau – Wir könnten gemeinsam auf die Alp gehen“, hatte Herbert Rüf seiner Frau Barbara im Frühjahr 1994 vorgeschlagen, und Barbara war einverstanden. Im Juni desselben Jahres zog das Ehepaar mit seinen drei Kindern Martin, Annelies und Andreas auf die Brendleralpe im hinteren Bregenzerwald. Andreas, der Jüngste, war damals gerade drei Jahre alt. Herbert, bis dahin hauptberuflich Senn bei der Sennerei Schnepfau, hatte schon als Kind und Jugendlicher viele Sommer auf der Alp verbracht und dort das Käsehandwerk erlernt. Für Barbara hingegen begann ein völlig neues Leben. Seither sind dreißig Jahre vergangen, aber die große Liebe der Familie Rüf zum Alpleben ist noch immer durch und durch spürbar. Nach 17 Jahren auf der Brendleralpe wurden die Rüfs „vom Fleck weg“ von der Alpgemeinschaft Schwarzenberg für die Bewirtschaftung der Alpe Obere engagiert. Andreas, heute 34, ist gelernter Zimmermann und der Einzige, der noch immer jeden Sommer auf der Alpe Obere verbringen kann.

Die Rüfs sind eine ganz besondere Alpfamilie: Zur Gemeinschaft, die alljährlich im Juni auf die Alpe Obere zieht, gehören nicht nur Kühe, Ziegen und Schweine, sondern auch die „ Sommerkinder“. Erst waren es Cousinen und Cousins, weil der eigene Nachwuchs wegen Ausbildung und Beruf im Tal bleiben musste. Doch bald hatte es sich im Bregenzerwald herumgesprochen, dass Kinder gemeinsam mit den Rüfs auf die Alp ziehen können. Seitdem gehören ihre „Sommerkinder“, im Dialekt „Pfister“ genannt, zu Barbaras und Herberts Leben. Im Moment sind es die 17-jährige Johanna und der 12-jährige Edwin, die alljährlich während ihrer Schulferien auf der Alpe Obere leben und mithelfen. „Der Wunsch, auf eine Alpe zu gehen, kommt von den Kindern selbst. Ihre Eltern nehmen dann Kontakt zu uns auf“, sagt „Sommermama“ Barbara. „Unsere Alpkinder sind wie unsere eigenen. Wenn sie etwas auf dem Herzen haben, können sie immer zu mir kommen.“

Wie funktioniert das Zusammenleben? Barbara denkt nach: „Wir machen alles gemeinsam und arbeiten zusammen, bis alles erledigt ist. Zwischendurch genießen wir miteinander die besonderen Momente des Älplerfriedens.“ Der Tag hoch über dem Tal beginnt um fünf Uhr früh. Die Kühe werden gemolken und kommen auf die Weide. Nach dem Frühstück hilft Barbara ihrem Mann in der Sennküche bei der Käseproduktion. Mehr als 100.000 Liter Milch werden im Lauf des Sommers zu zehn Tonnen Käse und Alpbutter verarbeitet. Andreas, Johanna und Edwin machen derweil den Stall sauber und bringen danach die Alphütte auf Vordermann. „Man weiß als Kind schnell, was bis abends erledigt werden muss“, erinnert sich Tochter Annelies, die einmal in der Woche die Einkäufe aus dem Tal nach oben bringt. „Die älteren Kinder ziehen die jüngeren mit.“ Zu Mittag wird gemeinsam gekocht. Johanna bäckt Kuchen für die Wanderer und Gäste, die nachmittags den phänomenalen Ausblick von der Hüttenterrasse genießen. „Wenn der Alptag um 21 Uhr endet, treffen wir uns im Badezimmer zum Zähneputzen. Wie eine richtige Familie“, sagt Barbara und lacht. Mit 68 bzw. 63 Jahren sind Herbert und Barbara Rüf inzwischen pensioniert. Im Winter vermieten sie in ihrem Haus in Au Ferienwohnungen, und hin und wieder hilft Herbert in Damüls, wo er lange Pistenraupenfahrer war, am Skilift aus. „Die Leute fragen uns oft: Warum tut ihr euch das Alpleben noch an?“, amüsiert sich Barbara. „Aber ein Leben voller Freizeitbeschäftigungen? Das wäre mir zu langweilig. Arbeiten macht zufrieden!“

Autorin: Babette Karner
Ausgabe: Reisemagazin Bregenzerwald – Sommer 2023

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