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Barockbaumeister Museum in Au © Marianna Moosbrugger / Verein akkurat

Barockbaumeister Museum in Au

Barockbaumeister Museum in Au

Die Geschichte der außergewöhnlichen „Auer Zunft“ erweckt das Barockbaumeister Museum zum Leben. Die Meister dieser Zeit und ihre beachtlichen Errungenschaften stellt das Museum in Au in den Mittelpunkt.

Was verbindet bedeutende Barockbauten wie die Wallfahrtskirche in Birnau (D), die Abteikirche von Ebersmünster (F/Elsass), die Kirchen der Klöster St. Gallen (CH) und Einsiedeln (CH) mit dem Dorf Au im Bregenzerwald? Diese Werke – und rund 800 weitere – planten und errichteten Baumeister und Handwerker aus Au und dem Bregenzerwald. Die Geschichte der außergewöhnlichen „Auer Zunft“ erweckt das Barockbaumeister Museum zum Leben.

Außerhalb der Heimat Arbeit zu finden, war für viele Vorarlberger in früheren Jahrhunderten eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Im 17. und 18. Jahrhundert nutzen viele den Aufschwung, den die Wiederaufbauzeit nach dem 30jährigen Krieg mit sich brachte. Vor allem die katholische Kirche investierte in großem Stil. So verließen rund 1.500 Bauarbeiter und Handwerker zu jener Zeit zwischen dem 19. März (Josefi) und dem 11. November (Martini) ihre Heimat im heutigen Vorarlberg, um auf Baustellen in Deutschland, der Schweiz und im Elsass zu arbeiten. Die meisten stammten aus dem Bregenzerwald, vorwiegend aus Au.

Hier ergriff Michael Beer im Jahr 1657 die Gunst der Zeit und gründete die „Auer Zunft“. Sie war eine Handwerkerzunft, ein Berufsverband und eine kirchliche Bruderschaft. Ihre Mitglieder waren bestens vernetzt und dank der qualitätsvollen Lehrlingsausbildung weitum gefragt. Über ein Jahrhundert lang, bis in die 1780er Jahre, dauerte die Blütezeit der „Auer Zunft“. Sie setzte kulturhistorische Maßstäbe und perfektionierte beispielsweise das „Vorarlberger Münsterschema“, die architektonische Grundlage zahlreicher Barockkirchen in Mitteleuropa. Zu ihren bekanntesten Mitgliedern zählten die Auer Familien Beer, Moosbrugger und Thumb.

Ausstellung mit vier Themenfeldern

Was war das Erfolgsrezept der „Auer Zunft“? Wie konnte sie so lange bestehen und welche Auswirkungen hatte die Bautätigkeit in der Ferne auf das Leben im Dorf? Antworten auf diese Fragen gibt das Barockbaumeister Museum in Au in vier Ausstellungsteilen. Sie befassen sich mit den Themen „Planen, bilden, bauen“, „Das Bauen organisieren“, „Mobil und vernetzt“ sowie „Gehen und bleiben“.

Planen, bilden, bauen

Dieser Ausstellungsteil erzählt von der Gründung der „Auer Zunft“, der Ende des 17. Jahrhunderts mehr als 90 Prozent der männlichen Bewohner von Au angehörten. Von Beginn an setzte ihr Gründer Michael Beer auf eine fundierte Ausbildung der Zunftmitglieder. Die Praxis lernten die Lehrlinge im Sommer auf den Baustellen. Im Winter befassten sie sich zuhause mit Materialkunde, Kostenberechnung und zeichnerischer Darstellung. In Summe bildete die „Auer Zunft“ 1.814 Lehrlinge aus.

Ein Unikat sind die „Auer Lehrgänge“. So heißen zwei handgezeichnete Architektur- und Lehrbücher, ein Sammelwerk von Zeichnungen nach gedruckten und anderen Vorlagen.

Das Bauen organisieren

Ein hoher Organisationsgrad war schon in der Barockzeit ein Wettbewerbsvorteil. Oft setzten sich die Bregenzerwälder Baumeister damit gegen Konkurrenten durch. Sie brachten komplette Bautrupps aus ihrer Heimat mit, garantierten Qualitätsarbeit und übernahmen mitunter die Bauabwicklung. Das Handwerkswissen wurde zumeist innerhalb von Familien mündlich überliefert. So war der Fortbestand der „Auer Zunft“ über Generationen gesichert.

Mobil und vernetzt

Die Baumeister aus dem Bregenzerwald erkannten bereits damals das Potenzial regionaler Zusammenarbeit. Sie knüpften berufliche und familiäre Netzwerke und waren für die damalige Zeit erstaunlich mobil. Im Winter führten die Meister ihre Bauverhandlungen. Im Frühling zogen Bautrupps mit bis zu 200 Arbeitern zu Fuß an ihre Arbeitsorte. Nicht selten waren die Baustellen bis zu 300 Kilometer entfernt.

Gehen und bleiben

In vielen Haushalten waren die Männer von März bis November auf Baustellen. Das Leben zuhause organisierten die Frauen. Doch nicht in allen Haushalten wuchs der Wohlstand. Macht und Einfluss hatten weiterhin Großbauern, Säumer und die Kirche. Die Dorfstruktur änderte sich. Einige der Baumeister zogen für immer fort, andere blieben in Au und brachten einen bürgerlichen Lebensstil ins Dorf.

Barockbaumeister Museum in Au © Marianna Moosbrugger / Verein akkurat
Barockbaumeister Museum in Au © Marianna Moosbrugger / Verein akkurat
Barockbaumeister Museum in Au © Marianna Moosbrugger / Verein akkurat
Barockbaumeister Museum in Au © Marianna Moosbrugger / Verein akkurat
Barockbaumeister Museum in Au © Marianna Moosbrugger / Verein akkurat
Barockbaumeister Museum in Au © Marianna Moosbrugger / Verein akkurat
Barockbaumeister Museum in Au © Marianna Moosbrugger / Verein akkurat

Barockbaumeister Museum Au

Rehmen 39, 6883 Rehmen, Österreich

+43 (0) 5515 25561 oder 2288

info@barockbaumeister.at

https://barockbaumeister.at/

Öffnungszeiten

ab 28. Dezember 2022:
Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag: 14 bis 18 Uhr
Sonntag: 10 bis 17 Uhr

Führungen jederzeit auf Anfrage

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