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Vom Acker in den Bach und auf den Markt

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Vom Acker in den Bach und auf den Markt

Der Wochenmarkt Bezau geht in seine dritte Saison. Von Juni bis Oktober verkaufen Einheimische freitags ihre Produkte am Dorfplatz. Kooperation spielt dabei eine große Rolle.

Es gibt fünf Gemeinschaftsstände: Die Bäcker, Landwirte, Floristen, Senner und die Anbieter von Spezialitäten (Marmelade, Öle, Geschenkideen, …) wechseln einander ab. So kann man sich auf ein gleichbleibendes Sortiment verlassen. Das exklusive Marktbrot gibt es jeden Freitag – egal, welcher Bäcker dieses Mal vertreten ist. Weitere „Planungssicherheit“ bringen die modernen Marktstände. Dank ihrer Überdachung und den angebrachten Dachrinnen hat der Regen keine Chance, einen schönen Markttag zu vermiesen. Hinzu kommt der optische Genuss: Das Architekturbüro NONA Architektinnen von Nora Heinzle und Anja Innauer in Dornbirn hat die einheitlich gestalteten Stände entworfen, Bregenzerwälder Handwerksbetriebe haben sie gebaut. „Als wir das Projekt Wochenmarkt gestartet haben, gab es anfangs viel Skepsis“, erinnert sich Magdalena Steurer. „Nicht jeder Interessent konnte oder wollte jede Woche kommen.“ Sie ist die derzeit karenzierte Geschäftsführerin von witus, einer Genossenschaft, die sich der branchenübergreifenden Zusammenarbeit in fünf Gemeinden rund um Bezau widmet.

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Bis dato hatte es im ganzen Bregenzer wald keinen Wochenmarkt gegeben. Wichtig war den Initiatoren, keine externen Marktfahrer anzuziehen, sondern ausschließlich auf einheimische Händler und Produzenten zu setzen. Dass diese Veranstaltung der 36-jährigen Bizauerin am Herz liegt, wird im Gespräch klar: „Zum einen funktioniert er branchen- und ortsübergreifend, zum anderen ist Kooperation wichtig. Die witus-Maximen spiegeln sich in diesem Projekt wider.“ Der Erfolg gibt den Machern recht. Viele Gäste haben im Frühjahr bereits gefragt, wann es denn wieder losgeht. Sie schätzen die entspannte, freundliche Atmosphäre, die sich bis in andere Orte des Bregenzerwaldes herumgesprochen hat. So ist der Freitag tatsächlich zum Freutag geworden, wie es der Markt-Folder verspricht. Oder wie es Magdalena Steurer formuliert: „Wir haben wirklich a Gaude (Anm.: Freude).“

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Dass die Marktteilnehmer diese Meinung teilen, mag an einem bemerkenswerten Service liegen: Um den Auf- und Abbau ihrer Stände müssen sie sich nicht kümmern. Diese Arbeit übernehmen der Gemeindemitarbeiter Helmut Eberle, die beiden witus- Vorstände Georg Fröwis und Stefan Meusburger sowie ehrenamtliche Helfer für sie. Für nachhaltigen Erfolg sorgt eine weitere Besonderheit: Das ehrliche Versprechen, dass alles, was auf dem Markt übrig bleibt, am nächsten Tag in den Geschäften verkauft oder von der lokalen Gastronomie verarbeitet wird. Meist braucht es keine Absprachen mit den umliegenden Restaurants, denn die Nachfrage ist so groß, dass gar keine Reste entstehen. So wie beim ersten Markt in Bezau 2016, als Roman Natter schon um 10 Uhr sein Gemüse komplett verkauft hatte. Er wusste sich zu helfen und ging direkt aufs Feld, wusch den frisch geernteten Salat im Dorfbach und kehrte zu seinem Stand zurück. In der Zwischenzeit hatte Stefan Meusburger die Kundschaft mit einem Gläschen Sekt bei Laune gehalten. Das Leben im Dorf möchte witus ankurbeln bzw. erhalten. Geschichten wie diese zeigen, dass sie auf dem besten Weg dazu sind.

Autor: Thorsten Bayer
Ausgabe: Reisemagazin Sommer 2018

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