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Allerliebste Schwester in Stuttgart!

Allerliebste Schwester in Stuttgart!

Aus dem Panoramahof Eggele in Schoppernau schreibt Uta an ihre Schwester Maren über ihren Urlaub am Bauernhof. Da krachen die „Brötchen“, da duften „Konfitüre“ und „Kaffee“ und das „Naturerlebnis“ scheint die junge Frau völlig zu überwältigen.

Meine liebe Maren!

Endlich komme ich dazu, dir zu schreiben – altmodisch auf Papier, den Laptop hatte ich ja zu Hause gelassen. Ich sitze auf einem verglasten Balkon, eingehüllt in eine Decke und die Wintersonne geht hinter der Kanisfluh unter (ein imposanter Berg). Wie Spielzeug liegt mir das Tal zu Füßen (die tauen übrigens nach einem langen Skitag kribbelnd auf – ich liebe dieses Gefühl). Die Bauernhäuser wirken, als hätte sie ein Riese entlang des Flusses verstreut und einfach liegen gelassen. Aber ich will dich nicht mit Landschaftsbeschreibungen langweilen. Die Fotos gucken wir an, wenn ich wieder zuhause bin. Gott, was bin ich froh, dass das mit diesem Wellness-Hotel nicht geklappt hat und wir im Panoramahof Eggele in Schoppernau gelandet sind. Zu fünft haben wir eine ganze Wohnung – zwei Schlafzimmer, Bad, Küche, Balkon, und unser befreundetes Ehepaar mit dem Vierjährigen ist im Familienzimmer nebenan untergekommen. Begrüßt wurden wir von Alfred, dem graubärtigen Pony und von Felix, dem Kater. Was glaubst du, wie sich unsere Kinder gefreut haben! Sieglinde Greber, die Besitzerin, war gerade im Stall und hatte unsere Ankunft nicht sofort bemerkt. Umso freundlicher war ihre Tochter Laura (neun), die uns durch die Wohnung geführt und uns gleich alles erklärt hatte. Stolz riss sie den Kühlschrank auf, in dem wir Butter, Milch und Eier vom Hof zur Begrüßung fanden.

 

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Unsere Kinder befreundeten sich sofort mit Laura, dem zwölfjährigen Johannes (der übrigens steirische Knopforgel spielt) und dem vierjährigen Lorenz. Im Moment kriechen alle sieben draußen durch den Schnee, mehr unterirdisch – wie Maulwürfe bohren sie ihre vor Kälte geröteten Nasen durch Tunnel, bauen Burgen und Schneemänner, und das, obwohl sie seit neun Uhr früh an der frischen Luft sind. Kannst du dir vorstellen, wie ruhig die sind, wenn sie abends in die Betten fallen? Wir hatten großes Glück, dass Helmut Greber, unser Gastgeber, gleichzeitig der Skilehrer unserer Kinder ist. Glücklicherweise ist jetzt „Kinderschneewoche“; Kinder von 3 bis 6 bekommen den Skipass gratis und können einen 4-tägigen Skikurs kostenlos besuchen. Tagsüber fegt Helmut mit ihnen über die Piste, abends schauen wir ihm beim Melken zu. Jeden Morgen fährt er die Milch ins Dorf nach Schoppernau und bringt bei der Rückkehr frische Brötchen mit, die uns Sieglinde zum Frühstück in einem eigenen Raum serviert – mit selbst gemachter Konfitüre und Joghurt, und der Kachelofen wärmt uns den Rücken (geheizt wird mit Hackschnitzeln – sehr innovativ). Seit 2007 wohnen die Grebers hier. Zuvor stand hier ein alter Bauernhof, der Helmuts Onkel gehört hatte. Er war alleinstehend, bewirtschaftete die steilen Hänge ohne Maschinen, und als er nicht mehr konnte, übernahmen Helmut und Sieglinde und planten einen neuen Hof. Dass sie Gäste beherbergen wollen, war ihnen sofort klar. Beide waren mit Gästen aufgewachsen. Sieglinde spezialisierte sich, machte eine Ausbildung und kann ihren Hof nun als „Baby- und Kinderbauernhof“ ausweisen. Das half ihr auch persönlich bei ihren eigenen Kindern. Der Kurs beinhaltete Erste Hilfe, gesunde Ernährung, Spielplatzgestaltung, rechtliche Grundlagen und Naturerlebnis. Ach Schwester, hier ist alles ein Naturerlebnis. In der ersten Nacht konnten wir alle nicht schlafen, weil es so still war. Und den Sternenhimmel solltest du erst mal sehen. Der Panoramahof liegt am Ende einer Sackgasse. Aber in nur sieben Gehminuten sind wir mitten im Treiben, können mit der Achtergondel auf den Diedamskopf fahren oder uns in dem malerischen Schoppernau umtun, das mir vorkommt, als sei es aus einer anderen Zeit. Ich werde jetzt mal in die Sauna gehen. Der pure Luxus – ein Spieleraum für die Kinder ist gleich nebenan. Und im Flur, das finde ich echt ulkig, hängt ein Porträt von zwei Kühen. In meinen Augen sehen ja alle Kühe gleich aus. Denkste. Die Kühe auf dem Bild heißen Rosl und Gusta. Sieglinde hatte sie von einem Maler porträtieren lassen und schenkte das Gemälde Helmut zum vierzigsten Geburtstag.

 

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Ich bin schon die ganze Zeit am Überlegen, was ich bei unserer Abreise ins Gästebuch schreiben soll: „Doch kommen wir wieder im nächsten Jahr, weil hier war es so wunderbar.“ Naja, vielleicht fällt mir noch was anderes ein.

Herzliche Grüße Deine Schwester Uta

P.S.: Das Einzige, woran wir uns gewöhnen müssen, ist der Dialekt. Die sagen „jaauuu“, wenn sie „ja“ meinen, Kinder sind „Goga“, Mädchen „Motla“ und die Tiere „s’Veah“. Und die knödeln alles so im Mund!

Ausgabe: Reisemagazin Winter 2013-14

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