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Wirte kennen keine Ruh’

Wirte kennen keine Ruh’

Den Gasthof Adler in Au trägt eine uralte Tradition und die liebevolle Arbeit seiner Wirtsleute.

Die Kirchenglocken läuten. Es ist Sonntag in Au. Der Gast genießt ein Schaumbad und schaut durch das Panoramafenster von oben herab auf die Kirche, wo sich die Tore öffnen. Kirchgänger strömen heraus, manche treffen sich am Stammtisch im Adler bei der Familie Simma. Wie immer. Die Sitzordnung ist über Jahrzehnte gleich. Stirbt ein Stammgast, wird sein Platz sofort von einem anderen eingenommen. Um Viertel vor zwölf zahlen die Gäste, denn daheim wartet der Sonntagsbraten. Geöffnet ist der Adler sonntags immer, selbst im Betriebsurlaub – am Stammtisch merkt man nämlich nicht, dass man sich in einem Viersterne- Hotel befindet, mit Zimmern bis zu zweiundvierzig Quadratmetern, was der Gast, der jetzt aus dem Bad steigt, besonders schätzt. Die Geschichte des Hotels beginnt 1675, als sich im Kanton Uri zwei Brüder namens Simma auf den Weg machen. In Au finden sie ihre neue Heimat. Die beiden Gastwirte siedeln sich im Rössle und im Adler an. Über Jahrhunderte gehört vor allem das Rössle zu den besten Gasthäusern des Bregenzerwaldes. Im Rössle-Saal wird getanzt und geheiratet, im Stall muht das Vieh, im Tante-Emma-Laden werden Garne, Zwirne und Knöpfe verkauft und im Herrenstüble treffen sich die Literaten. So schreibt der Leipziger Germanist Rudolf Hildebrand 1863 in einem Brief von einem Treffen mit Franz Michael Felder im Gasthaus Rössle: „Als einer von uns an den Schoppernauer Dichter dachte und nach ihm fragte, da fand sich, daß er selbst schon da war, wie bestellt; es war zufällig Sonntag und er saß in der Bauernstube nebenan.“

Wenn im Rössle die Söhne und Töchter ausbleiben oder frühzeitig sterben, übernimmt stets ein Nachkomme aus dem Adler. Und umgekehrt. Auch bei Toni Simma. Er wächst im Adler auf. Noch gehört zum Gasthof eine große Landwirtschaft, Gästezimmer gibt es ein paar, und das Wasser fließt anfangs nur im Brunnen vor dem Haus. Toni wird erwachsen und macht sich auf den Weg. Er sammelt Erfahrungen im Weinhandel in der Schweiz, kehrt zurück und heiratet Maria aus Au. Die Generation wechselt.
Fünf Kinder kommen zur Welt. Toni baut den Stall zur Bar „Adlerhorst“ um und sorgt 17 Jahre lang für das Nachtleben in Au. Von seinem Onkel erbt er, weil dort die Nachkommen fehlen, das Rössle. Toni und Maria Simma führen nun beide Häuser, setzen im Rössle zeitweise eine Geschäftsführung ein. Die Landwirtschaft geben sie auf und investieren in den Adler. Der neueste Schrei sind ihre fünf „Komfortzimmer“ mit Dusche und WC. Toni kocht à la carte. Maria kümmert sich um die Gäste und die Kinder. Für diese sind die alten Höfe unvergessliche Abenteuer-Spielplätze. Aber auch sie werden erwachsen und machen sich auf den Weg. 2003 landen alle fünf über Umwege wieder zu Hause, top ausgebildet, mit Erfahrungen aus der gehobenen Hotellerie und Gastronomie, die sie aus San Diego, London, München, Stuttgart, Salzburg und Zell am See mitbringen. Und wieder wechselt die Generation. Der Familienrat wird einberufen. Toni und Maria müssen erkennen, dass ihre Komfortzimmer nicht mehr zeitgemäß sind. Die Branche hat sich verändert: Früher wohnten die meisten Touristen in Privatunterkünften und Ferienzimmern. Abends kamen sie in den Adler zum Essen. Heute bucht der Gast ein Hotelzimmer mit Halbpension. Die Wirtshäuser bleiben öfter leer. Aber was tun?

Anfängliche Überlegungen, die alte Fassade des Adler bestehen zu lassen, werden aus Kostengründen verworfen. Wenigstens das Erdgeschoß mit Stube und Stammtisch soll bleiben, darüber ein mehrstöckiges Viersternehotel mit Wintergarten, Wellnessbereich und Seminarräumen entstehen. Die Familie ist sich einig. Der Abbruch 2004 wird trotzdem zu einer schmerzlichen Erfahrung. Der Adler bedeutet Toni alles: Lebenswerk, Heimat, Verbundenheit, tiefe Verwurzelung. „Wir haben alle Hoffnungen in unsere Kinder gesetzt“, erzählt er, und die Übergabe an die 17. Simma-Generation glückt. Jeder hat seinen Verantwortungsbereich. Sie können sich voll aufeinander verlassen. „Wenn man weiß, dass der Bruder vor Ort ist, oder die eigene Mama, kann man loslassen und sorglos einen freien Tag genießen“, sagt Annemarie, die sich mit Bruder Peter an der Rezeption abwechselt. Mindestens ein Familienmitglied ist immer anwesend. Sie sind Wirtsleute von Herzen. Das ist zwar nicht entscheidend für die erste Buchung, aber wer diese Familie kennengelernt hat, kommt wieder.

Autorin: Irmgard Kramer
Ausgabe: Reisemagazin Winter 2013-14

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