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So kochen die Helden im Wald

So kochen die Helden im Wald

Sie tragen Kostüme, haben besondere Fähigkeiten, beweisen Mut und Moral, retten regelmäßig die Welt und bleiben dennoch bescheiden: Superhelden. Wir haben die kulinarischen Helden des Bregenzerwaldes getroffen.

Oberflächlich betrachtet, sieht man von den Superhelden meist nur noch die mittlerweile milliardenschwere Unterhaltungsindustrie. Sie nutzt mit Hollywood-Blockbustern, Computerspielen und anderen Franchiseprodukten die Beliebtheit von Batman & Co. aus. Doch eigentlich handelt es sich bei ihnen meist um künstlerische Kreationen. Sie besitzen zweifelsohne hohen Unterhaltungswert, aber viel wichtiger ist doch, dass sie unserer Gesellschaft den Spiegel vorhalten.

Waren es in den mythologischen Erzählungen noch übermenschliche Helden wie Gilgamesch und Achilles oder (Halb-)Götter wie Herakles und Thor, sind es seit den 1930er-Jahren die fiktiven Figuren der Comic-Hefte, die unsere innersten Wünsche widerspiegeln. Manchmal werden sie auch gezielt als Propaganda eingesetzt. Superman konnte fliegen und durch Wände blicken, Captain America verfolgte die Nazis und später Kommunisten, die X-Men bekämpften nicht nur Bösewichte, sondern auch gesellschaftliche Vorurteile und Aggressionen gegenüber Minderheiten.

Zeitgemäße Vertreter der Szene müssen heutzutage Gefühle zeigen, zu ihren Ecken, Kanten und Fehlern stehen und als sogenannte Anti-Helden den Ton angeben. Nichtsdestoweniger sind sie alle etwas Besonderes. Sie stechen mit ihren außergewöhnlichen Eigenschaften hervor und bieten durch ihr Handeln genügend Stoff für Legenden. Das Beste daran: Sie sind tatsächlich unter uns! Es reicht schon ein gründlicher Blick hinter die Kulissen der Gastronomie, um echte Helden zu entdecken. Selbst wenn sie noch so gern ihre wahre Identität verschweigen und oft unerkannt als gute Geister ihren Dienst verrichten würden – wir haben die Superhelden im Bregenzerwald aufgespürt!

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Gasthof Taube, Bizau

Jeder Held braucht einen „Sidekick“, der ihn unterstützt, aufbaut und motiviert, auch wenn er selbst dabei im Schatten bleibt. Umso praktischer, wenn beide in ihrem Metier die Hauptrolle spielen und sie sich gegenseitig ergänzen können. In der Bizauer Taube wird man Zeuge dieses Idealfalls, wenn Margit und Monika Dietrich-Moosbrugger mit ihren Fähigkeiten als Team harmonieren. Küchenchefin Margit weiß, was den Gästen schmeckt. So gestaltet sie ihre Karte weniger nach Trends, sondern nach den Vorlieben ihrer Gäste. Dass dabei die Produktqualität entscheidet, ist ebenso selbstverständlich wie ein kurzer Abstecher zu den Tischen der Stammgäste, um sich Feedback einzuholen. Allerdings weiß man nach dem Sonntagsbraten in sämtlichen Varianten, einem knusprigen Schnitzel oder den verführerischen Schafskäselaibchen eh schon, wie das Urteil ausfallen wird. Servicechefin Monika ist Dreh- und Angelpunkt der Kommunikation. Fast schon unheimlich, wie sie sich die Vorlieben ihrer Gäste merkt und fast jede Bregenzerwälder Familie samt Stammbaum zu kennen scheint!
www.taubebizau.at

Hotel Schiff, Hittisau

Wahre Helden haben kein Ablaufdatum. Sie entwickeln selbst bei größten Herausforderungen eine gewisse Routine, was sie gerade unter maximalem Druck übermenschlich erscheinen lässt. Gina Feuerstein und Ignaz Pieler sind der beste Beweis dafür. In über 35 Jahren Einsatz im Schiff haben sie besondere Talente entwickelt: Gedanken und Wünsche zu lesen scheint ebenso möglich zu sein, wie zeitgleich an verschiedenen Orten zu erscheinen. Gäste-Kenntnisse, vom Lieblingswein bis zu Unverträglichkeiten, bleiben jahrzehntelang gespeichert – selbst Sherlock Holmes würde alt aussehen. Als verlängerter Arm der Gourmetküche in der Wälderstube sind die beiden maßgeblich für den Genussmoment verantwortlich. Früher oder später erfasst jeden Gast die Selbsterkenntnis, dass man nicht im Bregenzerwald auf Urlaub war und auch nicht im Schiff, sondern lediglich Ignaz und Gina einen Besuch abgestattet hat. www.schiff-hittisau.com

Berghaus Kanisfluh, Schnepfegg

Intuition ist die vielleicht schönste Eigenschaft einer Heldenfigur. Sie handelt, ohne gefragt zu werden. Ist an Ort und Stelle, wenn ihr Können benötigt wird. Stellt das Gemeinwohl immer über die eigenen Bedürfnisse. Diese Selbstaufopferung nimmt in den meisten Erzählungen zwar selten ein gutes Ende, aber es geht auch anders. Wenn Irma Moosmann morgens die Gäste des Berghaus Kanisfluh bereits strahlend zum Frühstück begrüßt, ist der Tag schon gerettet. Bei aller Bescheidenheit der Seniorchefin: Sie ist die oft zitierte „gute Seele“ des Hauses. Ebenso bilden Irmas Kochkünste den Stoff für Legenden – wer bereits ihre „Öpflküachle“ (Apfelküchlein) probieren durfte, weiß, wovon die Rede ist.
www.kanisfluh.net

Hotel Gasthof Hirschen, Schwarzenberg

Neue Fähigkeiten, mehr Wagemut, zielstrebiges Auftreten und viele Flausen im Kopf: Die X-Men, aber auch die Götter- und Heldengestalten der Antike können ein Lied davon singen, was es bedeutet, wenn die nächste Generation anklopft. Diesen Wandel kann man derzeit in einem der beeindruckendsten Häuser des Landes hautnah mitverfolgen. Mit dem Unterschied, dass es für die Besitzerfamilie Fetz über die Jahrhunderte hinweg zur Gewohnheit wurde. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts kümmern sie sich um die Geschicke im edlen Gasthaus. Zuletzt war es Franz Fetz, der mit seinem Sinn für alles Schöne und Edle einen Platz für Genießer, Romantiker und Kulturfans schuf. Allein die haubengekrönte Küche in den pittoresken Stuben lockt anspruchsvolle Gäste von Nah und Fern nach Schwarzenberg. Zugegeben, die Fußstapfen, in die Sohn Peter treten muss, sind nicht ohne. Passionierter Kunstsammler, Musikfreak, geborener Netzwerker und herzlicher Gastgeber – Franz Fetz errichtete ein wahres Lebenswerk. Umso mehr freut man sich jetzt auf die neuen Ideen, die bald Einzug im Hirschen feiern werden.
www.hotel-hirschen-bregenzerwald.at

Hotel Sonne, Bezau

Immer dieser Druck, der auf Heldenschultern lastet! „Aus großer Macht entsteht große Verantwortung“: Diese Weisheit gab bereits Comicautor-Legende Stan Lee seinem Schützling Spider-Man mit auf den Weg. Ihrer Fähigkeiten bewusst ist sich auch Ramiza Coralic, Küchenchefin im Familienhotel Sonne in Bezau. Als Küchenchefin sorgt sie mit Käsknöpfle, Fondueabenden oder Kochkursen für Kinder regelmäßig für Begeisterung. Geht es allerdings um Kuchen, Torten oder Süßspeisen, entfacht sie ihre wahre Magie. Nur wenige feierliche Anlässe wie Taufen, Hochzeiten oder Geburtstage in der Gegend kommen ohne ihre fantasievollen Kreationen aus. Das wissen die „Sonnigen“ um Familie Meusburger ebenso wie ihr Mann Asim, der sie tatkräftig in der Küche unterstützt.
www.diesonnigen.at

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Dr’Berghof, Damüls

Natürlich sind echte Helden auch Eigenbrötler, die gern einmal anecken und sich am liebsten unter ihresgleichen bewegen. Der Dienst an der Menschheit und selbstloses Handeln sind dadurch in keiner Weise gefährdet, man muss es aber mit den sozialen Kontakten nicht gleich übertreiben … Zu dieser Kategorie könnte man eigentlich auch alle Älpler zählen, die Jahr für Jahr für mehrere Monate zurückgezogen wertvollste Arbeit verrichten. Lukas und Bruno Bischof zum Beispiel: Sie haben mit „dr’Berghof“ nicht nur ein wunderbares Domizil in Damüls geschaffen, in den Sommermonaten bewirtschaftet Lukas auch eine Alpe, die etwa 20 Gehminuten vom Ortszentrum entfernt ist. Das Besondere: jeden Freitag erleben Gernesser dort nach Voranmeldung ein außergewöhnliches Älplerfrühstück – 360°-Naturpanorama, Kuhglocken-Gebimmel und frische Bergluft inklusive. Hausgemachtes Brot, Käse- und Milchprodukte von befreundeten Älplern, Schinken- und Wurstspezialitäten von der Dorfmetzg sind immer dabei. Aber als Höhepunkt wird Riebel zubereitet. Das wohl traditionellste Vorarlberger Gericht ernährte ganze Generationen und entwickelte sich vom Arme-Leute-Essen zum unverzichtbaren Evergreen der guten Küche.
www.urlaubambauernhof.at/berghof.damuels

Tonele“ Gasthaus Gams, Egg

Seelsorger, Alleinunterhalter, Last-Minute-Retter – die Rollen, in die ein Champion im Laufe seiner Karriere schlüpfen muss, sind so vielfältig wie die Geschichten, die er dabei erlebt und die ihm zugetragen werden. Umso schöner, wenn er diesen Schatz an Erfahrung teilt und es schafft, Menschen damit positiv zu beeinflussen, ohne dabei selbst im Mittelpunkt zu stehen. Wenn Albert Schneider seine Gäste im Gasthaus Gams unterhält, bedient er sich an diesem Fundus. Weshalb sein Haus „Tonele“ genannt wird, ist sicher der Klassiker für Erstbesucher, aber auch das Geheimnis der legendären Käsknöpfle von Gattin Theresia wird gern preisgegeben. Stammgäste freuen sich hingegen über ein gesellschaftliches Update (natürlich werden nie Namen genannt!) und ein offenes Ohr für alle Anliegen. Es gibt wohl nichts, was ein Bier an der Bar und ein Ratschlag von Albert nicht richten können.
T +43 (0)5512 2327

Haldenstüble, Schwarzenberg

Frei nach dem Motto „Willst du gelten, mach dich selten“ steigert so manch maskierter Champion den Mythos um seine Figur. Punktuelle, szenenreife Auftritte und knackige One-Liner, wie man sie aus Actionfilmen kennt, wirken effektiver als jede inszenierte Imagekampagne eines Stars. Das könnte sich so mancher Gastronom von Christoph Metzler abschauen. Früher demonstrierten die Luxusautos, die beim Haldenstüble parkten, seine Fähigkeiten als Koch und Szene-Wirt. Heute hat sich daran eigentlich nichts verändert – außer dass es die legendären Käsknöpfle, „Schnitzle“ oder eine Grillpartie nur auf Vorbestellung und zu besonderen Anlässen gibt.
T +43 (0)664 1236264

Gasthof Ochsen, Sulzberg

Entweder stammen sie von Göttern ab, sind von einem anderen Stern, waren radioaktiver Strahlung ausgesetzt, wurden von mutierten Tieren gebissen oder haben einen Gen-Defekt: Helden mit Superkräften dominieren ganz klar die Szene. Doch der Kult um Batman, Black Panther oder der Punisher zeigt, dass sich auch Talent und Geschick behaupten können. Das gastronomische Gespür wurde den Gebrüdern Schmuck im Sulzberger Ochsen in die Wiege gelegt. Selten im Fokus der Öffentlichkeit, sind sie seit Jahren ein Garant für bodenständige Gastkultur. Das dynamische Duo kann sich voll auf seine Stärken konzentrieren: Alois veredelt in der Küche heimisches Wild, Bregenzerwälder Käse oder je nach Saison Kalbshaxe, Spanferkel oder große Fische im Ganzen. Günter motiviert Gäste, Mitarbeiter und das Finanzwesen. Dann noch der herrliche Ausblick ins Tal und fertig ist das Erfolgsrezept.
www.ochsen.at

Alpe Leugher, Bezau

Modernes Hochhaus, verlassene Fledermaushöhle oder eine Festung in Schnee und Eis – jeder Held braucht seinen persönlichen Rückzugsort. Weshalb nicht auch eine Sennalpe? Auf der herrlichen Vorsäß-Alpe Leugher verbringt Senner Alfons Moser über hundert Tage im Jahr, um das weiße Gold der Kühe zu veredeln. Er begleitet seit Jahren Martin Flatz und Nicole Bereuter, die als Hirtenpaar auch nebenbei Wandersleute und Gäste mit hausgemachten Köstlichkeiten versorgen – wer kann schon einer Jause mit Alpbutter, Käse und frischem Brot widerstehen. Im „Älplerhimmel“ auf 1.300 Metern oberhalb von Bezau scheint die Welt eben noch in Ordnung zu sein.

Autor: Markus Curin
Ausgabe: Reisemagazin Sommer 2018

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