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Silke sucht die besten Shops

Silke sucht die besten Shops

Unsere Redakteurin Silke Ritter schaut sich in den Geschäften des Bregenzerwaldes um und erklärt hier, was sie da an Bemerkenswertem findet.

„Sommerfrischler“ müsste man sein. So wurden früher die Gäste aus der Stadt in vielen Regionen Österreichs bezeichnet, auch im Bregenzerwald. Damals, als der Tourismus noch Fremdenverkehr hieß und das dazugehörige Office noch Verkehrsbüro. Als Sommerfrischler würde ich nämlich nur in der frischen Luft baden, zu Fuß ein paar Berge besteigen, mich danach in der Bregenzerache abkühlen und vielleicht ganz gemütlich durch mein Urlaubsdorf streifen. Vermutlich aber nicht auf der Suche nach den besten Shops, sondern nach den originellsten Läden. Ganz sicher würde mich mein Weg dann nach Andelsbuch führen, in den Jöslar Laden. In Schönbrunner Gelb gehalten, macht das schmucke Haus seinem Namen alle Ehre.

Hier wurde früher das Wichtigste an täglichen Gebrauchsgegenständen verkauft, vom Strohbesen über den Spazierstock bis zu Tabak und Stempelmarken. Ein Krämerladen mit der Möglichkeit, auch gleich die soeben erworbenen Waren bei einem Kaffee oder einem kleinen Bier zu besprechen und dabei das Neueste zu erfahren.

Das hat sich nicht geändert im neuen Jöslar Laden und bei den neuen Wirtsleuten, wohl aber das Sortiment – abgesehen von den ausgesuchten Tabakwaren. Ansonsten gibt es Handgemachtes aus dem Bregenzerwald und der ganzen Welt, Second-Hand-Kleinmöbel und Geschenkartikel aller Art. Magazine und Zeitschriften für diejenigen, die auch einen Blick über den Tellerrand in die weite Welt wagen. Dargeboten und ausgestellt in Kästen, Regalen und alten Theken, denen die Zeit nichts anhaben konnte und die vielleicht deshalb wieder ganz angesagt sind.

Hier ließe sich auch ganz besonders gut an der frischen Luft baden, vielleicht im Jöslar-Garten mit Blick zur Kirche und auf die Niedere, dem Hausberg der Andelsbucher. Wenn ich allerdings Sommerfrischler im vorderen Bregenzerwald wäre, in einem Dorf, das sich seit Jahrhunderten zu einem Hauptschwerpunkt der Vorarlberger Fettkäseerzeugung entwickelte und den höchsten Rinderbestand pro Hektar landwirtschaftlicher Grundfläche aufweist, dann würde ich den Laden von Claudia Lässer in Lingenau besuchen. Bezeichnenderweise betitelt sie ihn als „Min Lado“ (mein Laden). Gar nicht zu übersehen ist er mit der schmucken Naturstein-Fassade und dem darüberliegenden traditionell geschindelten Wohnhaus an der Straße von Lingenau in Richtung Hittisau. Claudia Lässer bietet in ihrem neuen Geschäft an, was ihr rund um die Themen Dekoration und Geschenkartikel gefällt. 

Danach könnte ich nicht nur in der Bregenzerache schwimmen, sondern meine Füße auch in der Subersach baden. „Suber“ ist im Bregenzerwälder Dialekt der Ausdruck für sauber. Demnach heißt Subersach einfach sauberer Fluss. Tatsächlich führt dieser Bach augenscheinlich besonders klares Wasser. Und nicht nur das. Kalksinter und Quelltuffe bilden meterhohe, pilzförmige Felswände und Sinterbecken, in denen man Nadeln und Blättern beim „Versteinern“ zusehen kann. Diese herausragenden geologischen Erscheinungen sollte man als Sommerfrischler gesehen haben, auch wenn man die besten Shops sucht.

Autorin: Silke Ritter
Ausgabe: Reisemagazin Sommer 2016

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