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Schoppernaus Sozialreformer

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Schoppernaus Sozialreformer

Diesmal schreitet Walter Fink mit seiner Frau den Umgang in Schoppernau ab. Zuvor hatten sie das Buch zu den zwölf Umgängen gelesen – als Vorbereitung auf Geschichte und Gegenwart des Bregenzerwaldes.

„Diesmal“, sagt meine Frau, „diesmal bin ich besser vorbereitet als beim letzten Mal.“ Sie meint unseren Umgang in Krumbach, der uns zwar viel Freude bereitet, aber auch vor Probleme gestellt hat. Immer wieder mussten wir dort trotz des Plans die Stelen in Edelrost suchen, die den Umgang markieren.

Worin denn die Vorbereitung bestanden habe, frage ich. „Erstens habe ich den Plan, in dem die neun Objekte eingezeichnet sind, genau studiert. Zweitens auch noch das Buch ‚Umgang Bregenzerwald‘ gelesen. Da steht zwar nichts über die einzelnen Umgänge in den zwölf Gemeinden drin, aber dafür sonst sehr viel Interessantes und Unterhaltendes.“ Sie hat recht. Dieses Buch überzeugt schon durch die außergewöhnliche Aufmachung, vielmehr aber noch durch die einzelnen Beiträge. Menschen von außerhalb und aus dem Bregenzerwald bringen interessante Innen- und Außenbetrachtungen zu diesem besonderen Tal und seinen Menschen. Dabei bleibt man nicht nur im Gängigen – um beim Umgang zu bleiben – stecken, also beim Handwerk und in der Baukunst, sondern geht auch auf sonst oft weniger beachtete Bereiche wie die Musik, die Sprache und die Gasthäuser der Region ein. Es ist ein Lehrbuch, das einen auf jedem Umgang begleiten sollte.

Meine Frau hat den Plan zum Umgang in Schoppernau in der Hand. „Wir müssen eher hinten schauen, beim Feuerwehrhaus“, meint sie, als wir am ersten Punkt, dem zentralen Kulturhaus des Dorfes, stehen. Hier finden wir die beiden Stelen, in denen die zugehörigen Gebäude grafisch dargestellt sind und die zu jedem eine kurze Geschichte erzählen. Gleich am Anfang kommt der berühmteste Sohn der Gemeinde zur Sprache, der Dichter Franz Michael Felder aus dem 19. Jahrhundert. Im Kulturhaus ist ihm ein kleines Museum, eine Art Lesewand, gewidmet. Wenn man genauer schaut, dann sieht man auch auf dem Schaufenster einer Vinothek mit übrigens bestem Angebot „Franz Michl“ stehen, und wenn man sich umdreht, dann sticht er schon wieder ins Auge, wenn bei der neuen Dorfsennerei, der dritten Stele des Umgangs, die Aufschrift „F.M. Felder Käse“ prangt. Für vieles muss er heute herhalten, der Dichter aus Schoppernau.

Die weiteren Stelen sind neuer und alter Architektur gewidmet, Gebäuden, die Geschichten erzählen. Zwei Bauernhäuser sind es zunächst, auf die wir aufmerksam gemacht werden. „Zweihundert Jahre ist das eine, das andere sogar vierhundert Jahre alt“, sagt meine Frau und verweist auf den Plan, der diese Häuser schön skizziert und auf die Besonderheiten verweist. „Und jetzt kommen wir zu einem der schönsten Gebäude in der ganzen Gemeinde, nämlich zur Alten Säge, die nach wie vor am Bach steht, der früher einmal das Werk betrieben hat.“ Daneben, direkt unter der Kirche, steht die Volksschule, die 1901 eröffnet wurde. Das heißt, damals war es nur ein Teil des heutigen Gebäudes, nämlich genau die Hälfte. Als die Schule zu klein wurde, wurde sie ganz einfach größenmäßig verdoppelt. Dass sie noch heute wohlgeraten ist, lässt auf die Qualität des Anfangsbaus schließen.

Bevor man die beiden letzten Bauten an der Hauptstraße in Augenschein nimmt, sollte man allerdings nicht versäumen, noch auf den Friedhof zum Denkmal von Franz Michael Felder zu gehen. Meine Frau sagt: „Diese Ehre gebührt dem Mann. Und die Aussicht über das Dorf lohnt den leicht zu bewältigenden Aufstieg zur Kirche.“

Autor: Walter Fink

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