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Schneeflöckchen, Weißröckchen …

Schneeflöckchen, Weißröckchen …

„… wann kommst Du geschneit?“, heißt es im Kinderlied. Darauf wissen die Schneemacher im Skigebiet Damüls- Mellau die Antwort. Und fragen nur noch: Wie hätten Sie es denn gerne? Bis zu sechs verschiedene Schneesorten kann der Beschneier Hubert Moosbrugger aus 61 „Schneeerzeugern“ auf die Piste schießen.

„Wir stecken das Geld in unsere Lifte und Pisten“, sagt Markus Simma, Betriebsleiter der Damülser Seilbahnen. Daher versprüht sein Büro an der Talstation des Uga-Liftes den herben Charme eines der Siebzigerjahre für Beamte im niederen Dienst. „Aber irgendwann wird vielleicht auch hier renoviert“, fügt er verschmitzt hinzu. Simma war bereits dabei, als 1989-90 die ersten Beschneiungsversuche mit einer geliehenen Schneekanone und einer Feuerwehrpumpe gemacht wurden.

 

Nicht nur das Beschneien soll den Gästen einen schönen Skiurlaub ermöglichen. Auch möglichst viele verschiedene Pisten tragen zum Skivergnügen bei. Daher schlossen 2010 die Orte Damüls und Mellau ihre Skigebiete zusammen. Das brachte ihnen im Ski-Guide des ADAC die Auszeichnung „Top-Skigebiet 2010“ in der Kategorie „Aufsteiger des Jahres“.

Im gesamten Skigebiet Damüls-Mellau hält man 61 „Schneeerzeuger“ – Turmkanonen, Schneelanzen und mobile Schneekanonen. Sie werden aus einem See mit 110.000 Kubikmeter Wasser gespeist, der 2007 fertiggestellt wurde. 60 Hektar Pisten sind mit Druckleitungen versehen. Das Schneemachen kostet pro Jahr rund 450.000 Euro. Beschneit werden darf ab erstem November, wenn es die Temperatur zulässt. Dann wird auf Vorrat beschneit, schließlich kann niemand sagen, wie viel natürlichen Schnee der Winter bringen wird:

 

„Wenn wir nicht beschneien und es käme kein natürlicher Schnee, könnten wir das nie mehr aufholen.“ Für ihn zählen „Beschneier, die Tag und Nacht bereit sind, bei oft widrigen Umständen hervorragenden Schnee zu machen“.

 

Einer dieser Beschneier ist Hubert Moosbrugger – 50 Jahre alt, drahtig, fester Händedruck. Dass er viel im Freien arbeitet, sieht man ihm an. Rund um die Uhr haben zwei Zweier- Teams Dienst, um im ganzen Skigebiet die Kanonen zu kontrollieren. „Manche Jungen meinen, das sei ja ein lockerer Job, ein bisschen Ski-Doo fahren.“ Doch wenn Moosbrugger tagsüber unterwegs ist, fährt er nie mit dem Ski-Doo: „Das ist mir zu gefährlich. Es könnten ja plötzlich Skifahrer um die Ecke biegen.“ Lange Zeit im Freien sein, Tag und Nacht, bei eisigen Temperaturen, oft allein. „Mi iert daas nüüd“, meint Moosbrugger, was so viel bedeutet wie „Mich stört das nicht“. Früher schaute er oft im Tal in Au bei sich zu Hause auf sein Thermometer: „Wunderbar, Temperatur passt, also hinauf auf den Berg zum Beschneien. Dann stehst du oben – und es ist zu warm. Föhn.“ Seit kurzem kann er auf seinem Computer zu Hause die Temperaturen am Berg ablesen.

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Die gesamte Anlage der 61 Schneeerzeuger ist vernetzt und jede Schneekanone einzeln steuerbar. Bis zu sechs verschiedene Schneesorten kann eine einzelne Kanone produzieren. Luftfeuchtigkeit und Temperatur werden überwacht. Der Kunstschnee ist eher kugelförmig, er bildet keine Kristalle. Hubert Moosbrugger nimmt eine Handvoll Schnee, formt einen Ball daraus und presst ihn zusammen, bis das Wasser herausläuft. „Genau das passiert bei Kunstschnee schneller als bei natürlichem. Wenn er zu nass ist, dann gibt es Eisplatten auf der Piste – und das wollen wir auf jeden Fall verhindern.“ Wollen sie etwa auch die sechseckigen Kristalle des natürlichen Schnees nachmachen? „Ich glaube, das bleibt Petrus vorbehalten, das werden wir nie schaffen“, meint Simma mit ungewohnter Demut.

Was ein Beschneier fürchtet (außer Wassermangel im Herbst)? Eine gebrochene Leitung oder eine Leitung, die nicht mehr mit der Schneekanone verbunden ist. Denn dann schießt das Wasser mit 40 bar in die Winterlandschaft, formt Seen und wird zu Eis. Das passiert zum Glück nicht oft.

Ob überhaupt beschneit werden kann, hängt nicht nur von der Temperatur ab, sondern auch von der Luftfeuchtigkeit – diese beiden Werte ergeben zusammen die „Feuchtkugeltemperatur“. Je niedriger die vorhandene Luftfeuchtigkeit, desto besser ist das tendenziell fürs Beschneien. So ergeben +1° Celsius und 22 Prozent Luftfeuchtigkeit -3,1° Feuchtkugeltemperatur. Im Skigebiet Damüls-Mellau wird ab -2° beschneit. Ein halbes Grad auf oder ab kann dabei entscheidend sein.

Auch wenn die Schneekanonen heutzutage viel können, so stört sie doch der Wind. Denn sie können die Windrichtung nicht messen und sich danach ausrichten. „Dann kann es sein, dass sich die Kanone selbst einschneit“, erklärt Moosbrugger. „Schon nach zwei Stunden hast du eine meterdick vereiste Schneekanone – das geht sehr schnell. Und dann muss man das Eis weghacken. Oder sie schneit einen Buckel, eine Erhebung, die für die Skifahrer am nächsten Morgen zur unwillkommenen Sprungschanze wird.“

Gegen Ende der nächtlichen Schneeproduktion wird oft noch ein ganz leichter, trockener Pulverschnee ausgebreitet. „Der ist griffiger und schöner zum Fahren, außerdem schaut er gut aus.“ Schließlich fährt das Auge der Skifahrer mit. Nun aber muss Moosbrugger zurück zur Arbeit. Er stapft Richtung Skilift. Was macht er eigentlich im Sommer? „Was schon – Schneekanonen warten.“

Autor: Martin Hartmann
Ausgabe: Reisemagazin Winter 2012-13

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