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Omas köstliche Küche

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Omas köstliche Küche

Sie klappert nicht mehr, die Alte Mühle am Losenbach – oder doch: In der Küche klappern im Herbst Schüsseln und Pfannen voll Reh und Pilzen aus den Wäldern am Bödele. Und Familie Wild reicht auch eine Seltenheit: Innereien.

Heute muss man Omas Küche suchen. Was früher gängig war, ist heute eine rare Kostbarkeit. Man findet sie in der Alten Mühle. Die liegt ruhig eingebettet zwischen dem Losenbach, unzähligen Himbeersträuchern und bunten Blumen am Rand von Schwarzenberg in Richtung Egg. Omas Küche gründet auf Einfachheit, auserlesenen Produkten und gutem Handwerk – vereint mit der Liebe zum Kochen. Der Köchin liegt das Wohl ihrer Gäste am Herzen. Ja, die Oma lebt davon, den anderen etwas Gutes zu tun. Nun steht in der Alten Mühle eine Großmutter am Herd und ihre Küche erfüllt die genannten Kriterien.

Einst leistete die Mühle ihre Dienste für Bäcker, Nagelschmiede und Holzsäger. Nach der Stilllegung bot Frieda Flatz holländischen Sommerfrischlern hier Unterschlupf auf Matratzenlagern. 1981 starb die von allen liebevoll „Tante Frieda“ Genannte. Nun stand die Mühle leer. Acht Jahre später renovierten die neuen Besitzer Heide Ludwigs und Rainer Welte das Anwesen und eröffneten den Landgasthof Alte Mühle. Noch heute steht Heide Ludwigs begeistert am Herd des Familienbetriebes. Ihre Tochter Marietta Wild führt das Lokal. Mittlerweile arbeiten drei Generationen gemeinsam für das Wohl der Gäste – mit Erfolg. Meist sind alle sechs massiven Holztische der kleinen, einfachen Gaststube besetzt. Marietta belegt keinen Tisch doppelt. „Ein Besuch in der Mühle soll ein Erlebnis sein und die Stube ein Ort zum Verweilen“, sagt sie. „Hier soll jeder so lange bleiben dürfen, wie er möchte.“

 

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Nach der Lehre zur Köchin half Marietta ihrer Mutter in der Küche, der Vater servierte. Dann musste Marietta schweren Herzens ihren gewohnten Arbeitsplatz verlassen und den Posten ihres Vaters übernehmen. Es war anfangs nicht leicht, aber sie ist in diese Aufgabe hineingewachsen. Ein Familienunternehmen bedeutet ständig und wo auch immer Hand anzulegen, das weiß Marietta ebenso wie ihre Mutter und ihr Sohn Oliver, der heute mit seiner Großmutter im Gasthof kocht. Ein Jungkoch ist angestellt, in Stoßzeiten arbeiten Aushilfskräfte mit. Die familiäre Atmosphäre in der Mühle schätzen die immer wiederkehrenden Besucher besonders. Und Mariettas Leidenschaft als Gastgeberin. Ein Haus mit vielen Stammgästen ist ein Haus mit anhaltender Qualität. Darauf ist die Familie besonders stolz.

 

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Jedes Jahr, wenn sich der Sommer zu Ende neigt, wird Wild gekocht. Der Jäger Martin Rhomberg beliefert das Haus mit Wildfleisch vom nahegelegenen Bödele. Ein Reh und die Edelteile von Hirschkalb, Gams und Steinbock liegen bei Heide in der Küche. Nur Hirsch möchte sie nicht kochen, weil er ihr selbst nicht schmeckt. „Am liebsten setze ich mich mit meiner Mutter an die Bregenzerache, um an der neuen Karte zu tüfteln“, sagt Marietta. Sie bewahren Altbewährtes wie Rehrücken, Nüssle und Ragout und bringen dazu neue Ideen auf die Speisekarte. Jedes Gericht wird mit einer passenden Sauce gereicht. Dazu kommen kleine Besonderheiten wie selbst eingemachte Preiselbeeren oder eingelegter Kürbis. Steinpilze gibt es auf Empfehlung, Mariettas Mutter sammelt diese selbst. Pfifferlinge werden frisch geliefert, mit hausgemachten Nudeln oder zum frischen Kalbsbries erfreuen sie sich großer Beliebtheit.

Die Alte Mühle ist vor allem bekannt für etwas, das man mittlerweile eher selten auf einer Speisekarte findet: Innereien. Es werden jeweils zwei Gerichte mit Innereien angeboten. Frisch und gekonnt zubereitet, sind Züngle, Bries und Leber vom Bregenzerwälder Kalb. Grund genug für einen Besuch in Schwarzenberg.

Autorin: Milena Broger

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