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Mit Max und Fuchs im Holz

Mit Max und Fuchs im Holz

Dietmar Kempf betreibt die Holzwirtschaft im Wald seit einiger Zeit wieder mit zwei Noriker-Pferden: Max und Fuchs. Er ist von ihren Fähigkeiten begeistert und froh um das ruhige und waldschonende Arbeiten.

Das Holzrücken mit Pferden hat vor allem in alpinen Gegenden eine lange Tradition. In den letzten Jahrzehnten geriet es zusehends in Vergessenheit, weil die Arbeit verstärkt mit Seilbahnen, Schleppern und anderem schwerem Gerät bewältigt wird. Im Zuge einer naturnahen und waldschonenden Forstwirtschaft wird der Einsatz von Rückepferden jedoch wieder zunehmend propagiert. Einer, der weiß, wie es geht und zur Wiederbelebung dieser Tradition beiträgt, ist Dietmar Kempf aus Andelsbuch.

Schon als kleiner Bub war Dietmar Kempf fasziniert von den Pferden seines Großvaters. Die Intelligenz, die unterschiedlichen Persönlichkeiten und die enorme Kraft seiner Noriker bewundert er bis heute. Nachdem er als Angestellter eines Forstbetriebes die Arbeiten im Wald über zehn Jahre lang mit Seilbahnen und anderen Maschinen erledigt hatte, reifte in ihm der Gedanke, es mit den Pferden zu versuchen. Vor etwa zwei Jahren waren seine Noriker, ein Hengst und ein Wallach, dann endlich so weit. „Man darf nicht zu jung mit ihnen beginnen. Solange sie noch nicht ausgewachsen sind, kann das schlecht für ihren Körperbau und ihren Bewegungsapparat sein.“ Mittlerweile erledigen Dietmar und seine Pferde Max und Fuchs Holzrückarbeiten für verschiedene Auftraggeber im ganzen Bregenzerwald. Ein Anruf genügt und das Trio ist zur Stelle. Allerdings erst, nachdem der betreffende Wald, das Holz und die genaue Arbeit besichtigt und überprüft wurden.

 

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Zu steiles oder zu steiniges Gelände ist gefährlich für Mensch und Tier. Das Gewicht der Rücklast spielt bei der Entscheidung, ob die Arbeit angenommen wird, auch eine Rolle, wenn auch eine geringere. Dass seine Rosse einer Last nicht gewachsen sind, hat Dietmar Kempf noch nie erlebt. Im Gegenteil: „Manch einer belächelt mich und meine Pferde. Aber wenn die Arbeit gemacht ist, staunen alle.“ So Gelände und Holz es zulassen, bewegt der Andelsbucher mit seinen Tieren nämlich rund sechzig bis siebzig Festmeter pro Tag. Das braucht den Vergleich mit einem Traktor nicht zu scheuen.

Wenn man auch die flexible Einsetzbarkeit im alpinen Gelände sowie die Schonung des Bodens und die Rücksichtnahme auf den Waldbestand betrachtet, sind die Noriker gegenüber den schweren Maschinen sogar klar im Vorteil. Sie werden von Waldbesitzern wie Förstern gleichermaßen gern gesehen. Das gerückte Holz wird verschiedenen Verwendungen zugeführt: Nutzholz und Starkholz gehen zumeist an umliegende Sägewerke und von dort in heimische Handwerksbetriebe. Aus Schwachholz werden etwa Pellets und Briketts hergestellt, während das übrige Brennholz gern von den Waldbesitzern genutzt wird. „Hochsaison“ für den Holzer und seine Pferde ist im Frühjahr und im Herbst. Im Sommer spüren auch die Tiere die Hitze und erreichen ihre Leistungsgrenze deutlich früher. Macht aber nichts, denn die Sommermonate verbringen Max und Fuchs sowieso mit ihrem Dietmar auf der Schadona, der größten Alpe des Bregenzerwaldes. Dort werden die trittsicheren Tiere zum Säumen oder zum Mistausführen herangezogen – deutlich leichtere Aufgaben als die schwere Holzarbeit im Wald. „Da fühlen sie sich fast wie im Urlaub“, schmunzelt ihr Besitzer.

 

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Im Frühling und im Herbst würde sich Dietmar Kempf mehr und regelmäßigere Arbeit für sich und seine Rosse wünschen. Das würde auch die Fütterung erleichtern. Wenn viel Arbeit ansteht, bekommen die Tiere nämlich mehr Hafer und besseres Heu. Werden die darin enthaltenen Nährstoffe etwa durch zu wenig Arbeitseinsätze nicht ausreichend verbraucht, kann es zu Stoffwechselstörungen kommen. Auch zum gefürchteten Kreuzverschlag, einer Entzündung der Rückenmuskulatur, die mit starken Schmerzen verbunden ist. So ist Dietmar stets gefordert, die Fütterung dem Arbeitspensum anzugleichen, damit die Gesundheit seiner Pferde nicht leidet. Wenn Mensch und Tier aber gesund und munter sind, gibt es für Dietmar Kempf nichts Schöneres, als mit seinen Norikern in den Wäldern des Bregenzerwaldes zu arbeiten. „Es ist ruhiger als mit den Maschinen. Persönlicher. Wenn man gern mit Pferden und so wie ich gern in der Natur und in den Bergen ist, gibt es nichts Besseres. Ich würde mit niemandem tauschen.“

 

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Mittlerweile hat er sogar regelmäßig „Zaungäste“ bei seiner Arbeit im Wald. Immer mehr Menschen interessieren sich für das Holzrücken mit Pferden und möchten ihn und seine Tiere in Aktion sehen. Sogar ganze Schulklassen waren schon auf Besuch, wenn Max und Fuchs ihre Muskeln spielen lassen. Dietmar lässt sich davon nicht stören: „Solange niemand im Weg herumsteht oder sonstwie aufdringlich wird, freue ich mich, wenn sich die Leute dafür interessieren.“ Für die Zukunft hat Dietmar Kempf schon einige Pläne. Er möchte ein Norikerfohlen kaufen, es selbst aufziehen und an die Arbeit im Holz gewöhnen. Wenn es so weit ist, könnte es eventuell als bestens ausgebildetes Rückepferd weiterverkauft werden. Auch ein neuer Stall ist angedacht. Damit eilt es aber nicht, denn am wohlsten fühlen sich Dietmar und seine Pferde draußen im Wald.

Autor: Bartholomäus Natter
Ausgabe: Reisemagazin Winter 2016-17

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