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Kniefall am Berg

Kniefall am Berg

Matze, Achim und Susette können nicht nur Verbrecher fangen und die besten Rippchen am Tannberg zubereiten – sie sind auch begnadete Telemarker.

Telemarker. Sind das nicht Langläufer, die sich auf die Piste verirrt haben und vor jeder Tanne einen Knicks machen? Oder habe ich schon wieder einen Trend verpasst? Snowboarden soll ja out sein. Freeriden in. Und ich daneben. Seufzend packe ich meine alten Ski ein und fahre an drei Meter hohen Schneewänden vorbei nach Warth-Schröcken auf den Salober. Der Himmel ist niveablau. Die aufgehende Sonne malt die Berggipfel honiggelb. Wow!

Ich bin verabredet mit Jürgen Strolz, dem einzigen amtlich geprüften Telemarken- Skilehrer weit und breit (die Ausbildung wird in Wien angeboten, wenn sich genügend Teilnehmer dafür interessieren – das kann Jahre dauern). Jürgen ist Besitzer des Restaurants „Holzschopf“ in Nesslegg. Er müsse jetzt zu seinen Skischülern, aber im Sport Jug warte sein Chefkoch auf mich. Ich habe keinen Hunger, will ich ihm hinterherrufen, als plötzlich ein junger Mann mit erstaunlich leuchtenden Augen vor mir steht.

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„Nein, diese Bindung ist nicht kaputt“, steht auf seinem Shirt. Er sei der Matze aus Dresden und werde mir Telemarken zeigen. Na bravo. Das ist, wie wenn ich einem Russen das Wodkatrinken beibringen wollte, denke ich und schüttle noch zwei Hände; sie gehören Achim und Susette, beide aus Wuppertal, beide bei der Kripo. Gut, denke ich, wenn das mit dem Telemarken in die Hosen geht, kann ich wenigstens fragen, was mir beim Tatortschauen immer so einfällt, oder einfach nur Rezepte austauschen mit Matze, der eigentlich Matthias Breiler heißt und die neunte Saison hier arbeitet, inzwischen auch im Sommer. Ich lasse mir eine Ausrüstung verpassen. Telemarken gefällt mir jetzt schon, denn die Schuhe sind beweglich, weich und warm. Normale Ski mit Spezialbindung, die sich auch zum Tourengehen eignen – wie praktisch. Stöcke habe ich. Mehr braucht man nicht.

Matze, Achim und Susette können nicht nur Verbrecher fangen und die besten Rippchen am Tannberg zubereiten – sie sind begnadete Telemarker. Ihre Bewegungen sind elegant, kraftvoll und anmutig. Jetzt will ich auch. Bei der ersten Fahrt kurve ich in Parallelschwüngen talabwärts; man kann die Ferse heben, muss aber nicht. Ich bemerke kaum einen Unterschied, nur dass ich den Oberkörper nicht zu weit nach vorne lehnen darf.

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Auf dem Sessellift plaudert sich’s gut: Achim war Ende der Neunzigerjahre mit Freunden in Chamonix, als sie in einer Auslage antiquierte Telemarken- Ski und -Lederschuhe sahen. Sie zahlten fünfzig Mark und probierten – schnell war ihnen klar: Diese ursprüngliche Art des Skifahrens ist das einzig Wahre. Telemarken ist übrigens eine Region in Norwegen, wo der Skipionier Sondre Norheim mit seinem neuen Stil die Öffentlichkeit begeisterte. Um eine Verwechslung mit dem Parallelschwung zu vermeiden, der aus dem heutigen Oslo kam, erhielt die Technik mit der freien Ferse 1888 den Namen „Telemark“.

Achim machte Urlaub im Bregenzerwald und steckte Jürgen Strolz an, der sich extra ausbilden ließ. Dann kam Matze. Gemeinsam gründeten sie den Verein der Tannberger Telemarker. „Freunde ohne feste Bindung“ nennen sie sich auf www.telemarker.at.

Jetzt wird’s ernst: Ich muss tief in die Knie, den Berg anbeten – das aufgestellte Knie gehört zum Talski, Belastung in der Mitte. „Quergänge“ nennt Matze die erste Übung. Himmel, ist das anstrengend! Meine Oberschenkel glühen. Als mir nach drei Abfahrten der erste Schwung gelingt, juchzt es mir, ich lande im Schnee und lache. Ein Unbekannter telemarkt neugierig heran. Das ist der Kellner vom „Holzschopf“, erklärt Matze schmunzelnd. Das Virus breitet sich aus. Ich bin infiziert, fühle mich frei und beweglich und voller Energie.

Autorin: Irmgard Kramer
Ausgabe: Reisemagazin Winter 2012-13

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