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Im fliegenden Lesezimmer

Im fliegenden Lesezimmer

Die Designexpertin Isabella Natter-Spets schreibt über altes und neues Design im Bregenzerwald.

Auf der Suche nach den formgebenden Menschen hinter den Bücherkästen wird man in Lingenau fündig. Dort wohnen Ariane Grimm und Elisabeth Rüf-Küer. Beide sind keine Designerinnen, dafür aber Mütter und an Nachhaltigkeitsfragen interessierte Menschen mit einem guten Gespür für Formen und Farben. Im Rahmen einer Weiterbildung der Energieregion Vorderwald sollten die beiden eine Aktion für ihre Gemeinde umsetzen, die nachhaltig wirkt.

Lange wurde überlegt. Beim „Ausmisten“ von Kinderbüchern kam Ariane schließlich die zündende Idee: Kinderbücher, die im einzelnen Haushalt nicht mehr benötigt werden, gefasst in frei zugänglichen Kästen, um vor der Witterung zu schützen, und aufgestellt an Orten, an denen viele Kinder vorbeikommen. So landen die Bücher und ihre Geschichten nicht im Müll, sondern in den Köpfen gleich mehrerer Kinder. Auf Nachhaltigkeit wurde aber nicht nur beim Inhalt der Bücherkästen geachtet: Auch die Materialien der drei Lingenauer Bücherkästen sind aus „Abfall“ gefertigt: der Korpus besteht aus Zuschnitt-Material eines heimischen Baustoffhändlers, die Steher aus Verschnitt eines Metallbauers, die Fronten aus Restmaterial vom eigenen Hausbau.

Was man sich nun vielleicht als „Hobbyhandwerker-Pfusch“ vorstellen könnte, ist dank dem interessanten Entwurf von Ariane Grimm und der fachkundigen Unterstützung ihres Nachbarn, des Tischlers Wolfgang Bereuter, ein aufmerksamkeitsstarkes, formschönes Objekt im öffentlichen Raum. Auf einem metallenen Dreibein schwebt ein würfelförmiger Korpus mit Latten in unterschiedlichen Breiten und einer Plexiglastür – das ergibt die sympathische Optik eines etwas eckig geratenen UFOs: ein kleines, fliegendes Bücherzimmer. Die Fronten dieser UFOs wurden bemalt und nicht, wie sonst in der Region üblich, der Witterung überlassen. „Die Bücherkästle sollten schon von Weitem auffallen und Kinder ansprechen“, sagt Ariane Grimm. „Wir haben daher satte Farben verwendet. Keine Mädchen- oder Buben-Farben, sondern Gelb und Orange als Signalfarben, Blau als neutralen Ton und Türkis einfach deswegen, weil es die Lieblingsfarbe meiner Töchter ist.“

Seit Sommer 2015 werden die Bücherkästen eifrig von einheimischen und Gäste-Kindern besucht. Das brachte die Ehrenamtskoordinatorin Christiane Eberle auf die Idee, die Bücherkästen in der ganzen Region umzusetzen. So wurden im Frühjahr 2017 von Freiwilligen und mit Unterstützung des Werkraum Bregenzerwald 51 Bücherkästen gefertigt, die nun in 15 Bregenzerwälder Gemeinden von Thal bis Schnepfau stehen. Sie sorgen dort dafür, dass die Kinder jederzeit Zugang zu „Abenteuern im Kopf“ haben.

Autorin: Isabella Natter- Spets
Ausgabe: Reisemagazin Sommer 2018

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