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Herzhaft schallt es aus dem Wald

Herzhaft schallt es aus dem Wald

Fünf Instrumentalisten nennen sich „Musikerzieher“ und drehen dabei den Spieß um: Sie erziehen die Musik.

Was Papas Horn mit einer Pizza Hawaii zu tun hat? Natürlich gar nichts. Am Anfang waren die armen Leute und ein paar Tomaten auf dünnen Teigfladen. Und einige Zeit später ist daraus etwas ganz anderes geworden, mit exotischen Gewürzen und tropischen Früchten drauf. Auch sehr lecker. Das musikalische Äquivalent: fünf junge Wälder Burschen – Stefan Bär, Philipp Lingg, Bartholomäus Natter, Johannes Bär, Andreas Broger. Sie haben auch klein angefangen mit ein paar dünnen Tönen. Dann ist es der „holstuonarmusigbigbandclub“ geworden mit vielen exotischen Noten und coolem Sound. So beschreiben sie sich selbst: als Langzeit-Mozarteum-Finalisten oder in Würde gealterte Akkordeonisten, als Handwerker und Konservatoriumsstudenten, als Trompeter-mangels- Alternativen, Frisörmuffel sowie mit Lobeshymnen, Geld und Plattenverträgen überhäufte Saxofonisten. Sie pendeln zwischen Wien, Salzburg, Feldkirch und Schoppernau.

Einer nennt sich Musikerzieher. Und alle geben dem Begriff eine Bedeutung, die alten Pädagogen höchstens Albträume beschert hätte. Die fünf Musiker drehen den Spieß um: Sie erziehen die Musik. Was sie aus den alten Gassenhauern machen, lockt die Fans nicht nur hinter dem Ofen hervor, es holt sie gleich ganz aus der Reserve. „Ihr habt eine echt geniale Partie beieinand’ …“, stöhnt der Eine. „Der Pinzgau freut sich auf euer Konzert“, frohlockt die Nächste und „Habe euch das erste Mal live erlebt und das gleich in der Wiener Hofburg. Eine coole Performance!“, jubelt die Dritte. Die Auftritte am BOKU-Ball (die Universität für Bodenkultur in Wien ist eine Hochschule für die wirklich zentralglobalen Studien) und in der Wiener Sargfabrik lassen den Fans das Wasser im Mund (oder das Schmalz in den Ohren?) zusammenlaufen. Kurz: „Auch der Pinzgau freit sich auf eich!“ Zuhause sind die holstuonar, wie der Name, den sie vom Vorsäß ihrer Ahnen abgekupfert haben, schon sagt, im Bregenzerwald. Da kommen sie her, da haben sie ihre Wurzeln, auch wenn man’s den Blüten nicht immer ansieht. Innovativ und kreativ seien die Mittel, sagen die fünf, mit denen sie sich von ihrer erfolgreichen Wälder-Musik-Sozialisation emanzipieren. Das von den holstuonarn verwendete Instrumentarium erweist sich zwar noch als halbwegs konventionell volksmusikalisch, was die fünf Multitaskler allerdings daraus machen, ist allemal grenzüberschreitende Weltmusik. Sie treffen einander in einem stillgelegten Bahnhof, bisweilen auch um sechs Uhr früh. Ein Ort einstiger Betriebsamkeit, gut, um sich zu erinnern. Ihre CDs nennen sie „Querschlager“ oder „free sin“, Wälderisch für „frei sein“. Musikalische Berührungsängste kennen sie keine. Vor dem Blues nicht und nicht vor den „Caprifischern“ oder dem „Weißen Mond von Maratonga“, weder vor „Einsamen Hirten“ noch „Heißem Sand“. Kein Wunder, wenn immer mehr Menschen einstimmen: „Aber euch gibt’s nur einmal für mich!“ – Adiós, amor!

Autor: Peter Natter
Ausgabe: Reisemagazin Winter 2010/11

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