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Handwerk und Design aus dem Bregenzerwald

Handwerk und Design aus dem Bregenzerwald

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Handwerk und Design aus dem Bregenzerwald

Bewährte Beispiele aus Handwerk, Design und Baukultur, ausgesucht von Werkraum-Geschäftsführer Thomas Geisler.

Die hier gezeigten Möbel und Gegenstände zählen bereits zu den „Klassikern“ aus den Werkstätten des Bregenzerwaldes. Nicht wenige sind zur Triennale „Handwerk+Form“ entstanden. Dieser impulsgebende Gestaltungswettbewerb fand auch 2018 wieder statt. Er dient wie der 1999 gegründete Werkraum Bregenzerwald dem Lebendighalten von traditionellem Handwerk und seinen Techniken sowie ihrer Übertragung in die Gegenwart, ohne dabei modisch zu werden. Die lokalen Handwerksbetriebe sehen diese sensible Transformationsarbeit als ihre eigentliche Mission an.

Freizeitrodel (Werkstattentwurf, 2006)

Freizeitrodel (Werkstattentwurf, 2006)

Anton Bereuter, Handwerkholz, Alberschwende
Die hervorragende Ergonomie und Lenkeigenschaften wurde mit dem Siegel „Qualitäts-Rodel Austria“ belohnt. Ein Freizeitsportgerät aus heimischen Hölzern in Handarbeit gefertigt.

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Holztablett (Werkstattentwurf, 2015)

Holztablett (Werkstattentwurf, 2015)

Tischlerei Rüscher, Schnepfau
Aus Ahorn oder Kirsche gefertigt, zeigt der alltägliche Gebrauchsgegenstand in den Details seine handwerkliche Raffinesse.

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Allbrett (Werkstattentwurf, 2012)

Allbrett (Werkstattentwurf, 2012)

Holzwerkstatt Markus Faißt, Hittisau
Seine Keilform verbessert sogar noch diesen eigentlich ausgereiften Küchengegenstand.
Aus lokalem Bergahorn gefertigt, folgt der Entwurf der Prämisse „form follows function“.

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Tafel (Entwurf: Robert Rüf, 2006)

Tafel (Entwurf: Robert Rüf, 2006)

Dür Naturholzmöbel, Alberschwende
Ein wohlproportionierter Tisch, der sich an historischen Vorbildern orientiert. Die feinen Rundungen der Tafel ergeben eine angenehme Haptik: keine spitzen Tischkanten!

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Zylinderofen (Werkstattentwurf, 2000)

Zylinderofen (Werkstattentwurf, 2000)

Ofenbau Voppichler, Egg
Der schlichte Metallofen ist ein gutes Beispiel für eine auf Zeitlosigkeit bedachte Ästhetik. Er war Teil der Auswahl „möbel für alle“, einer Musterkollektion für Gebrauchsobjekte aus dem Werkraum.

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Trix (Entwurf: Sabine Bischof, 2012)

Trix (Entwurf: Sabine Bischof, 2012)

Schmidinger Möbelbau, Schwarzenberg
Eine ironische Interpretation eines Sperrholzschalenstuhls. Sie nimmt Anleihe beim ländlichen Brettlstuhl und mixt ihn mit Designikonen von Arne Jacobsen oder Charles und Ray Eames.

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Brettsofa (Entwurf: Wolfgang Riegger, 2015)

Brettsofa (Entwurf: Wolfgang Riegger, 2015)

Tischlerei Bereuter, Lingenau
Eine gelungene Transformation eines bäuerlichen Holzstuhls in ein tiefes, ausladendes Sofa. Das Handwerk zeigt sich in den traditionellen Holzverbindungen und der ökonomischen Bauweise.

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Knecht (Entwurf: Ueli Frischknecht, 2012)

Knecht (Entwurf: Ueli Frischknecht, 2012)

Tischlerei Mohr, Andelsbuch
Ein handlicher Hocker in traditioneller Machart aus Fichtenholz. Die gekrümmte Sitzfläche verbessert den Komfort und gibt die formale Spannung.

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Gästebett (Entwurf: Karl-Heinz Gasser, 2001)

Gästebett (Entwurf: Karl-Heinz Gasser, 2001)

Kaufmann Zimmerei und Tischlerei, Reuthe
Durch einen clever gelösten Klappmechanismus entfaltet sich die auf Rollen gelagerte Bank zum Nachtlager für Gäste. Die Auswahl der Holzart und der Polsterung lassen Spielraum für individuelle Oberflächengestaltung und Farbigkeit.

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Regionale Wohnkultur

Wer einmal Zeit im Bregenzerwald verbringt, genießt hier nicht nur die Landschaft und die vielfältige Kulinarik, sondern nimmt auch die hohe Qualität an Wohnkultur wahr. Man entdeckt eine Sensibilität für das Einrichten, die in einem Alpental eher nicht vermutet wird. Selbst ein Zugezogener, fühle ich mich an meine Studienzeit in Kopenhagen erinnert. In Dänemark scheint der selbstverständliche Umgang mit Möbeln und Architektur sowie die Kenntnis über deren Herkunft in der DNA verankert zu sein. „Wohnen war im Bregenzerwald seit Jahrhunderten in einem Maß verfeinert, dass es zulässig ist, von Kultur zu sprechen“ schreiben die Architekten Roland Gnaiger und Adolph Stiller im Katalog „möbel für alle“ (Verlag Anton Pustet, 2002). Das Werk ist leider nur noch antiquarisch erhältlich. Es stellt die „Designinitiative Werkraum Bregenzerwald“ mit einer Auswahl an Entwürfen vor: zur Serientauglichkeit entwickelte Möbelstücke, die teilweise als Prototypen für den Wettbewerb Handwerk+Form entstanden sind. Mit der Industrialisierung ging auch im Bregenzerwald die Herstellung lokaler Gebrauchsgegenstände weitgehend verloren. Einrichtungsgegenstände wurden durch günstige Industrieware ersetzt – im besten Fall ließen sich diese noch einem alpinen Wohnstil zuordnen. Dieser Entwicklung stemmen sich seit Beginn der 1990er Jahre ansässige Handwerksbetriebe mit Initiativen wie dem Wettbewerb Handwerk+Form und der späteren Gründung des Werkraum Bregenzerwald entgegen. Das Ziel ist dabei, sowohl die regionale Handwerkskunst lebendig, als auch das Interesse am Austausch mit Designern und ArchitektInnen von außerhalb der Talschaft wachzuhalten. Dadurch läuft die neue Produktkultur nicht Gefahr, hinterwäldlerisch oder zeitgeistig modisch zu werden. Wie in Skandinavien ist auch im „Would“ der Stolz auf die eigenen Erzeugnisse identitätsstiftend. Und das ist wirklich kein Fehler, solange er nicht blind für das Andere oder Fremde macht.

Autor: Thomas Geisler

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