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Freiheit und Souveränität

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Freiheit und Souveränität

Der Freerider Bickel ist über eine Straße und einen LKW gesprungen, von Felsen gestürzt und mit über hundert Stundenkilometern Felsrinnen hinabgeschossen.

Zum Glück gibt es das Internet: Sonst hätte ich dieses Interview wohl auf einem winterlichen Steilhang, an einer vereisten Felswand oder bestenfalls in einem Helikopter gemacht. Alois Bickel, der Luis, ist nämlich ein Freerider wie aus dem Bilderbuch. Ein smarter Bursche, ein Siegertyp ohne jede Koketterie. Er ist kein Freak, der im Gelände auslebt, was ihm im Leben nicht gelingt. Das sagt er ganz glaubwürdig und fast schon bescheiden. Wenn du aber Bilder seiner Aktionen siehst und er zu erzählen anfängt, stockt dir der Atem: „Ich habe auf Skiern schon so ziemlich alles ausprobiert, was man machen kann. Ich bin 45 Meter weit über eine Straße und einen Lkw gesprungen, habe 25 Meter hohe Felsen hinter mir gelassen, bin mit über hundert Stundenkilometern steilste Felsrinnen hinabgeschossen und habe auch akrobatisch schon die verschiedensten Saltos, Schrauben und andere Experimente ausprobiert.“ Wie es eben ist, wenn es wirklich zur Sache geht: Je mehr hinter dir liegt, desto mehr hast du vor dir! Und das auf der ganzen Welt – von Kalifornien bis Russland, von Spanien bis Norwegen.

 

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In Warth aufgewachsen, findet Alois Bickel schnell zu seiner Leidenschaft. Das freie Gelände ist sein Zuhause. Kein Stubenhocker! Seine Erfolgsliste umfasst mittlerweile zahlreiche Siege bei internationalen Freeride-Wettkämpfen und unzählige Film- und Fotoaufnahmen. „Freeriden gibt mir ein Gefühl von Freiheit und Souveränität. Ich genieße die Geschwindigkeit, die Kontrolle über meinen Körper im Element und den persönlichen Touch, den ich im Hang mit jeder meiner Lines hinterlassen kann.“ Bei aller Coolness, die Alois Bickel ausstrahlt, bei aller Nähe zur Gefahr und aller Risikobereitschaft: Ein Abenteurer ist er dennoch nicht. „Eine fundierte Ausbildung im Bereich Lawinen und die richtige Sicherheitsausrüstung sind heutzutage nicht nur für Profis ein Muss! Ich bewege mich nur mit kompletter Safety-Ausrüstung, niemals allein und schütze meinen Körper noch zusätzlich durch Helm und Protektoren“, betont er. Ein Vorbild? Irgendwie ja, wenn auch eben eines mit stark erhöhtem Adrenalinverbrauch. Balsam für die Seele, Kraft für den Alltag: Das ist ihm ein Tag im Schnee, mit Freunden, Action, Spaß. Oder ein Fußballspielchen, ein Beachvolleyball-Match, ein erfrischender Schwumm. Hauptsache Bewegung, Natur und Kick!

Gemütliches Pistenwedeln bildet eher die Ausnahme seiner Aktivitäten: „Ich bin aktiv mit diversen Shootings unterwegs. ,Made in Austria II‘ ist zum Beispiel ein Filmprojekt, an dem ich teilnehme. Sport-Actionmodel für verschiedene Sportmagazine und Modehersteller ist ein weiterer Zweig meiner Winteraktionen. Ich arbeite mit Skimagazinen zusammen, im Film ,Feel Adrenaline‘ habe ich einen Part und wenn man mich live sehen will, sind die Chancen in Warth an einem Wochenende sehr hoch.“ Neben all dem geht sich auch noch ein Sportmanagement-Studium samt Master- Arbeit aus und zum Drüberstreuen managt Alois Bickel das Salomon Rookies Freeski-Team und arbeitet für Red Bull. Wenn er es sich aber aussuchen kann, dann stehen Freundin Heidi und Hund Jack an erster Stelle. Selbst wenn sie ihm nicht über alle Abfahrten, Abhänge und Abgründe folgen können.

Autor: Peter Natter
Ausgabe: Reisemagazin Winter 2010/11

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