DE EN FR

Hier kommt das User Feedback

Telefon E-Mail Info
schwanen bizau (6)

Einkehren, wo es preisverdächtig ist

merken teilen

Einkehren, wo es preisverdächtig ist

Es gibt einfach nicht genug Auszeichnungen für all die kulinarischen Kategorien, in denen Wirtinnen und Wirte des Bregenzerwaldes brillieren. Wir stellen zehn vor, die gleich in mehreren Kategorien Preise verdienen würden.

Auszeichnungen und Preisverleihungen sind schon etwas Praktisches. Man sorgt für Aufmerksamkeit, kann den Verdienst aus Fleiß vor den Vorhang stellen, befriedigt Lobbyisten, stößt Neider vor den Kopf, kurz: eine Win-win-Situation. Die Oscars sind ja nur die Spitze eines Preis-Eisbergs aus Grammys, Bambis, Globes, Green Alleys, People’s Choices, Nobelpreisen oder Michelin-Sternen. Auch die Bregenzerwälder Gastronomie ist voller potenzieller Preisträger, nur müsste man halt die eine oder andere Kategorie noch erfinden. Also haben wir uns ganz nach dem Motto „Was die können, …“ auf die Suche gemacht.

1. Biohotel Schwanen, Bizau

Produktauswahl, Gastfreundlichkeit, Design und Wohlfühlküche – gute Gründe für Awards fürs Hause Moosbrugger. So gut, so langweilig. Denn in dieser Liga gehören diese Bestleistungen zu den Basics und vermeintliche Kleinigkeiten machen den Unterschied aus. Das weiß auch Hausherr Emanuel. Er hat nicht nur den Wechsel in der Küche bravourös gemeistert (Michael Webendorfer statt Mama Antonia), sondern bringt auch im Service all seine Auslandserfahrung ein. Die Liebe steckt bekanntlich im Detail: Wenn es also jemals einen Preis für die innovativste Getränkeauswahl geben wird, dann steht der Gewinner fest. Sake, Tee, Craftbeer aus dem In- und Ausland, Natural-Weine, Säfte – zurücklehnen und sich in der alten Holzstube überraschen lassen. / www.biohotel-schwanen.com

2. Sonntagsgasthaus Adler, Egg-Großdorf

Durch ihre eigentümliche Art sind Bregenzerwälder einfach begnadete Gastgeber, nicht umsonst gehört die Region zu den beliebtesten Österreichs. Hier gibt es Beispiele, die beweisen, wie umfangreich der Begriff Gastfreundschaft ausgelegt werden kann. Irma Renner etwa, als Dreh- und Angelpunkt im Team des wundervollen Sonntagsgasthauses. Leitung, Organisation, Service, Küche, Putzdienst, Smalltalk, Finanzen und guter Geist – keine Frage, sie ist der „Adler“. An einem, maximal zwei Tagen in der Woche zaubern abwechselnd Star- und Hobbyköche grandiose Menüs – allein für das Konzept hat Irma Renner einen Preis verdient. /adler-grossdorf.at

3. Gasthaus Traube „Brennar“, Egg

Es muss nicht immer das Schaumsüppchen sein. Auch nicht das perfekt inszenierte Fleisch-Gemüse-Ensemble samt abgezählter Stücke und Abweichungen im Grammbereich. Gutbürgerliches Einkehren ist wieder en vogue. Wer wüsste das besser als die Wirte der Bregenzerwälder Gasthäuser. Und auch wenn die Liste guter Betriebe lang ist, wir verleihen den Preis für den besten Grillteller an Thomas Metzler und Markus Hecher im „Brennar“. Der begeistert nicht nur alle „Wie damals“-Nostalgiker, sondern auch ambitionierte Gernesser. Letzteres muss man definitiv sein, denn mit Speck, Würstel, Huft-, Puten und Karreesteak ist allein schon die Portionsgröße spektakulär. /www.traube-egg.at

4. Gasthaus Adler, Krumbach

„Bio!“ lautet der eine Aufschrei. „Nachhaltig!“ der andere. „Verträglich!“ tönt es aus der hinteren Reihe. „Regional!“ Wie konnten wir das nur vergessen? Bei all der Liebe zur Qualitätssteigerung von Lebensmitteln im Gastgewerbe wundert man sich doch über die eine oder andere Kreation auf vielen Menükarten. Wie erfrischend, wenn es Betriebe gibt, die hier völlig unkonventionell ihren eigenen Weg gehen. Indem sie den Großteil ihrer Produkte einfach selbst produzieren. Dexter- Rind, Duroc-Schwein, Merino-Lamm, Weidegans, Gemüseanbau: Marlies und Jürgen Hirschbühl gelingt das Kunststück, Landwirtschaft, Gasthof und Abendrestaurant auf beeindruckendem Niveau zu vereinen. Wertung Öko-Work-Life-Balance: 10 von 10 Punkten! /www.adler-krumbach.at

5. Café Deli, Hotel Bären, Mellau

Das Superfrühstück im Café Deli heißt völlig zurecht so und hätte bereits genug Potenzial für mehrere Preise. Aber da wir uns nicht bei hinlänglich bekannten Tatsachen aufhalten, gehen wir gleich ins Detail. Diese Cheesecakes! Das sind nicht nur die üblichen (gebackenen) Topfenkuchen, sondern sündhafte Offenbarungen für Genießer. Vielfalt (Früchte, Zutaten, Mischverhältnis), Konsistenz, Geschmack – bitte mehr davon. Klar, auch die anderen täglich frisch präsentierten Süßspeisen sind gewaltig, aber unser Award geht an den Überdrüber- Käsekuchen schlechthin. /www.baerenmellau.at

6. Burgl-Hütte, Hittisau

Kulinarische Abenteuer finden sich glücklicherweise nicht nur auf den Tellern oder an unserem Gaumen. Wer auf Schneeschuhen oder im Rahmen einer Skitour den Weg zur abgelegenen Hütte (1.428 m) findet, wird nicht nur mit einem Naturerlebnis, sondern gleich mehrfach belohnt. Das schöne Haus wurde behutsam modernisiert, das urige Flair blieb erhalten. Die Kombination aus Lage abseits aller Touristenpfade, Panorama, gemütlichen Schlaf- und Gaststuben lässt die Zeit verfliegen. Herz und Seele ist Wirt Gerhard Friemel: Einst selbst begeisterter Gast, kümmert er sich mit bester Laune und feinen Jausen um seine Gäste. Nicht vergessen: Rodel mitbringen! /www.burglhuette.de

7. Gasthof Adler, Schwarzenberg

Knarrende Dielen, Ofenbank, Herrgottswinkel und kunstvolle Holztäfer – alte, wunderbar erhaltene Stuben muss man einfach lieben. Natürlich gibt es mehrere Anwärter für eine Auszeichnung dieser Art, aber der Titel für das stimmigste Stubenensemble geht an den Adler in Schwarzenberg. Bei so viel Atmosphäre ist fast schon zweitrangig, was serviert wird. Umso schöner, dass sogar das unkomplizierte Gastro- Konzept und seine Qualität hervorragend sind. Mit ihrer Familie im Rücken sorgen Florian und Felix Messner für willkommene Abwechslung im Dorf. Zur klassisch regionalen Auswahl wirken asiatische Ausflüge wie Süßwasser- Sushi, Curry-Huhn, Schweinebauch süß-sauer (!) alles andere als aufgesetzt. /www.adler-schwarzenberg.at

8. Auenfelder Hütte, Schröcken

Wir kommen zum Preisträger fürs kitschigste Postkartenmotiv! Wetter, Jahreszeit, Begleitung, Anlass – alles zweitrangig, wenn es um die spektakuläre Lage der Auenfelder Hütte geht (1.762 m). Unterhalb des Saloberkopfs gelegen und vom Lechquellengebirge umgeben, ist Martin Jochums Hütte ein kleines Juwel. Da sie auch noch leicht zu erreichen ist, stauen sich hier oft Wintersportler. Umso bemerkenswerter, dass bei all dem Trubel noch Zeit für Qualität (Knödelvariation!), Späßchen und Persönlichkeit bleibt. /www.auenfelder.at

9. Alpenblick, Sulzberg

„Best of… Hausgemacht, Ausflugsziel oder Butterschmalz“ – der Gasthof von Familie Giselbrecht könnte locker in mehreren Kategorien punkten! Selbst schuld, wer nur „alibihalber“ einen Kaffee oder Drink bestellt, um den großartigen Ausblick von der Terrasse zu genießen. Allein, was an Brot, Kuchen, Strudeln und Torten täglich angeboten wird, ist eine Reise wert. Käsknöpfle, Schlutzkrapfen oder die bereits angepriesenen gebackenen Knusperteile – klassische Wohlfühlküche, wie man sie viel zu selten findet. /www.alpenblick.co.at

10. Damülser Hof, Damüls

In der Küche der Wellness-Oase von Familie Klauser weht ein zeitgemäßer Wind. Bedanken dürfen wir uns bei Juniorchef Christoph. Rosa gebratene Filet-Tranchen, glasig-bissfester Süßwasserfisch, knackiges Gemüse, Abwechslung durch die Gar-Grade und Konsistenz der Speisen. Dazu noch sinnvolle Kooperationen mit lokalen Produzenten – alles andere als selbstverständlich bei einem Hotel dieser Lage und Größe. Praktischerweise können sich auch Nicht-Hotelgäste das Abendmenü gönnen. Schönes Detail: So gut wie alle Familienmitglieder sind in den Betrieb eingebunden. Wir vergeben 10 von 10 Familienbanden /www.damuelserhof.at

Autor: Markus Curin
Ausgabe: Reisemagazin Winter 2019-20

Der Bregenzerwald

Reisemagazin Bregenzerwald

Abo Reisemagazin Bregenzerwald

Abo Reisemagazin Bregenzerwald

Gefällt Ihnen unser Reisemagazin? Dann lassen Sie sich keine neue Ausgabe entgehen!

Bestellen