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Dorferzählungen

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Beim Umgang Lingenau durchs Dorf und an die Quelltuffschlucht der Subersach stößt man auch auf 37 sogenannte „Erzählbänkle“, auf denen man Geschichten Einheimischer am Smartphone anhören kann.

Das ist ein schöner Weg“, sagt meine Frau, „immer wieder Einblicke ins Dorf oder Ausblicke aufs Dorf.“ Wir gehen vom Ortskern von Lingenau weg und sind ganz glücklich, dass wir da gleich zwei Gasthäuser sehen, die „Traube“ und den „Adler“. „Da kannst du mich am Ende des Umgangs wieder zum Essen einladen“, freut sie sich. „Das könnte ich schon früher, denn die erste rostrote Infosäule, die auf ein bemerkenswertes Haus hinweist, ist dem Gasthof ‚Wälderhof‘ gewidmet. Und dort ist nicht nur das Haus besonders, man isst auch ganz hervorragend.“

Noch aber brauchen wir keine Stärkung, wir kommen zurück zur Kirche. Und die erweist sich als außergewöhnlich. Außen traditionell, ist man beim Betreten ob der Renovierung vor gut zehn Jahren überrascht, einen so modernen Kirchenraum zu finden. Besonders schön die Gestaltung von Altar und Ambo mit verschiedenen Steinen aus der Region. „Und das Wasser hier?“, fragt meine Frau. „Das fließt vom Taufstein und symbolisiert den Jordan, in dem Jesus von Johannes getauft wurde. Und Johannes, der Kirchenpatron, zeigt sich auch in den Kirchenfenstern, die vom Schrunser Maler Konrad Honold gestaltet wurden.

Diesen Künstler finden wir dann noch einmal auf unserem Weg.“ „Woher weißt du das alles?“, fragt sie. „Ganz einfach, ich habe mich vorbereitet“, gestehe ich. Nach einem schön renovierten Haus stehen wir vor einem in den Hang getriebenen Bau, dem Käsekeller Bregenzerwald, geplant von Oskar Leo Kaufmann, natürlich auch einem Bregenzerwälder. „Hier sollen 33.000 Käselaibe gelagert werden. Und überhaupt,“ stellt meine Frau ihr Fachwissen heraus, „weißt du, dass Bergkäse aus Vorarlberg nicht das Gleiche ist wie Vorarlberger Bergkäse? Bergkäse aus Vorarlberg kannst du nämlich überall kaufen, Vorarlberger Bergkäse aber nicht, denn das ist eine geschützte Ursprungsbezeichnung. So, das ist jetzt hoffentlich klar?“ Ich nicke.

Etwas weiter Richtung Dorf sehen wir die St. Anna Kapelle, einen Zentralbau auf einem griechischen Kreuz als Grundriss. Sehr hübsch anzuschauen, stimmig in der Landschaft, gebaut aus Lingenauer Quelltuff. Von der Kapelle aus geht eine Art Lehrpfad an der Subersach zu diesem Gestein, das hohe Wände und Sinterbecken bildet. Und über die Subersach führt eine gedeckte Holzbrücke aus dem Jahr 1833, an deren Planung auch der Suez- Kanal-Erbauer Alois Negrelli beteiligt war. Doch zurück zur St. Anna Kapelle. Da sehen wir im etwas sonderbaren Deckengemälde Bruno Wechner, Landesbischof zur Zeit der Erhebung Vorarlbergs zu einer eigenen Diözese im Jahre 1968, ihn umgebend ein Dutzend Bischöfe und lokale Heilige. Der Künstler ist wie schon in der Kirche: Konrad Honold.

Das alles erzähle ich meiner Frau, die etwas spitz meint: „Du und deine Erzählungen, die wohl auch manchmal erfunden sind!“ Da kann ich wunderbar einhaken: „Erzählen in Lingenau ist etwas Besonderes. Denn im ganzen Dorf gibt es sogenannte ‚Erzählbänkle‘, und wenn man Platz nimmt, kann man sich über das Smartphone die Geschichten anhören. Nicht weniger als 37 Erzählerinnen und Erzähler, alle aus Lingenau und zwischen acht und neunzig Jahren alt, bringen ihre Geschichten. Eine einmalige Sache, die auch schon mit Preisen bedacht wurde.“ Zwei Stationen mit den Umgang-Stelen fehlen uns aber noch: das Gebäude einer Versicherung mit Wohnblock und ein Einfamilienhaus. Das große Gebäude ist von Hermann Kaufmann, das andere von seinem Cousin Oskar Leo Kaufmann. Beide sind vor etwa eineinhalb Jahrzehnten entstanden und beide Hinweise für neues Bauen im Bregenzerwald. Mit dem letzten Gebäude haben wir den Umgang, eine besonders schöne, gut zwei Stunden durch das Dorf führende Wanderung, abgeschlossen. Und natürlich erinnert sich meine Frau, wie immer, des anfänglichen Versprechens auf eine Einkehr in einem Lingenauer Gasthaus. Ich widerspreche nicht.

Autor: Walter Fink
Ausgabe: Reisemagazin Bregenzerwald – Sommer 2021

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