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Dorferzählungen

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Beim Umgang Schwarzenberg ist sie unausweichlich: eine der großen Malerinnen des Klassizismus, Angelika Kauffmann. Ihr wurde ein Museum gewidmet und der Veranstaltungssaal, in dem das Musikfestival „Schubertiade“ stattfindet, nach ihr benannt. Sehenswert sind auch ein alter Weiler, die Dorfarchitektur und natürlich die Wirtshäuser.

„Schwarzenberg ist ein Sonderfall im Bregenzerwald …“, hebe ich zu meiner Eingangserklärung am wunderbaren Mittelpunkt des Dorfes an, am Platz mit Kirche, Brunnen, Tanzhaus und Gasthäusern, als mich meine Frau schon unterbricht. „Ich weiß: ‚As git Mändle, Wieble und Schwarzobergar.‘ Den Spruch kennt doch jeder.“ „Also gut“, meine ich etwas beschämt, „dann gehen wir doch gleich zum Tanzhaus, vor dem ja auch eine Stele zum Umgang steht. Es ist das einzige verbliebene Haus dieser Art im Bregenzerwald – früher Gerichtsort, Verlautbarungsplatz und Treffpunkt im Dorf.“ Weil ich ob der Bemerkung meiner Frau noch immer etwas eingeschnappt bin, will ich vor ihr ein wenig mit meinem Wissen brillieren. „Wir könnten jetzt kurz in die Kirche gehen, denn dort gibt es etwas zu sehen, was es sonst nirgends auf der Welt gibt: Bilder der ganz jungen Angelika Kauffmann, und ein Alterswerk, nämlich das Altarblatt, das sie der Gemeinde kurz vor ihrem Tod geschenkt hat.“

Angelika Kauffmann (1741–1807) ist in London und Rom zu großem Ruhm als Malerin gekommen, sie galt als die beste und teuerste ihrer Zeit. Als Sechzehnjährige kam sie in den Heimatort ihres Vaters, der einen Auftrag für die Seitenaltarblätter in der Kirche erhalten hatte. Angelika durfte die Köpfe der zwölf Apostel malen. Meine Frau aber verweist auf ein anderes Gebäude: „Zu Angelika gibt es auch ein feines Museum in Schwarzenberg, geplant von den Vorarlberger Architekten Helmut Dietrich, einem gebürtigen Mellauer, und dem Bregenzer Much Untertrifaller. Davor steht auch eine Umgangs-Stele, außerdem gibt es hier auch alle Jahre besondere Ausstellungen zu Themen mit Angelika Kauffmann.“ Ich ergänze: „Nach ihr ist auch der vom Bregenzerwälder Architekten Hermann Kaufmann geplante Veranstaltungssaal benannt, in dem vor allem die Konzerte zur Schubertiade Schwarzenberg stattfinden.“ Die Schubertiade ist ein weltbekanntes Festival, zu dem zweimal im Jahr Verehrer des österreichischen Komponisten nach Schwarzenberg pilgern, um hier die besten Interpreten der Welt zu hören. „Jetzt sind wir aber etwas vom Weg abgekommen“, meint meine Frau, denn wir stehen immer noch vor dem Museum.

„Hier ganz in der Nähe aber liegt der Weiler Baien, eine Ansammlung von einigen alten Häusern, anonyme Architektur, in denen man früher gemeinschaftlich gewirtschaftet hat. Viele solcher schönen Plätze gibt es leider nicht mehr.“ Von Baien machen wir einen Spaziergang über den Heuberg ins Dorf zurück. Ich nutze die Pause: „Weißt du übrigens, dass in Schwarzenberg auch der deutsche Dichter Eduard Mörike 1857 Urlaub gemacht hat? Deshalb gibt es einen Eduard-Mörike- Gedenkweg, eine Wanderung vom Dorf bis hinauf zum Hochälpele, das man sonst nur vom Skifahren im Winter kennt.“ Am Weg ins Dorf kommen wir am Haus Hof Nr. 6 vorbei, einem 400 Jahre alten Haus, das vom Architekten Thomas Mennel für sich und seine Frau, die Musikerin Evelyn Fink- Mennel, sowie ihre Kinder umgebaut wurde. Selten ist Altes und Neues in so gelungener Form zu neuer Nutzung gebracht worden. Wir sind damit schon fast wieder am Ausgangspunkt, am Dorfplatz. Und ich hätte mich gewundert, wenn meine Frau nicht darauf hingewiesen hätte, dass uns noch zwei Stelen fehlen – nämlich die vor zwei Gasthöfen, dem „Hirschen“ und dem „Adler“. Beides ehrwürdige Gebäude, um die 250 Jahre alt, die den Platz dominieren. Beides Beispiele dafür, wie man mit alter Bausubstanz umgehen und sie für die heutige Zeit herrichten kann. Und beide Häuser auch kulinarisch einen Besuch wert. Meine Frau nimmt mich an der Hand und zieht mich mit. In welches sie geht, werden wir sehen.

Autor: Walter Fink
Ausgabe: Reisemagazin Bregenzerwald – Sommer 2022

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