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Die Spur des Fuchses

Die Spur des Fuchses

Die Spur des Fuchses

Kindheitserinnerungen, oft flüchtig wie ein Fuchs, brachten Carmen Can mit ihrer Familie dazu, im Vorsäßgebiet Schetteregg ganz im Stil eines Vorsäßes ein Lodgehotel zu errichten, um auch anderen Menschen das Erlebnis dieses besonderen Ortes zu ermöglichen.

Schetteregg ist ein Vorsäßgebiet im Bregenzerwald. Als Ortsteil von Egg kaum zehn Minuten von der Ortschaft entfernt und doch eine eigene Welt. Eine, in die man auf wundersame Weise gelangt, und von wo aus man nur noch zu Fuß weiterkommt. Ein Rastplatz für die Seele. Dorthin hat die Gastgeberfamilie Can die Fuchsegg Eco Lodge gebaut.

Die Lodge im Stil einer Vorsäßsiedlung

Er lässt sich nicht genau festmachen, der Ort, an dem es passiert. Ist es die Rechtskurve nach einer längeren Geraden, wo sich die Perspektive ändert? Oder dort, wo der Wald beginnt? Die Landschaft ist jedenfalls plötzlich eine andere. Waren die Wiesen neben der Straße von Großdorf nach Schetteregg gerade noch grün, so steht im Wald meterhoch Schnee. Und gelangt man aus dem Wald nach einer Weile wieder heraus, sieht man Menschen auf den Pisten Ski fahren und die Welt ist weiß. Dort, am Anfang dieses Gebietes, befindet sich das Fuchsegg.

Wie selbstverständlich fügen sich mehrere mit Holz verkleidete Hausfassaden in das sanft abfallende Gelände, unterschiedlich in Ausrichtung und Größe und doch zusammengehörend: ein Hotel unter mehreren Dächern. Die Lodge als Vorsäßsiedlung. „Unsere Familie kennt diesen Ort seit je, hier habe ich die Sommer und Winter meiner Kindheit verbracht“, erzählt die aus Hard stammende systemische Beraterin Carmen Can. „Unsere Familie ist mit Schetteregg schon in vierter Generation tief verwurzelt. Wichtig war uns, dass das Fuchsegg in nachhaltiger Bauweise gestaltet und sanft in die Umgebung eingebettet wird. Und das Gasthaus als ein geselliger Treffpunkt für Einheimische und Hausgäste dient. Das Potenzial Schettereggs als vielseitiger Naturerlebnisraum hat uns überzeugt, hier ein Gasthaus zu bauen. Denn Schetteregg ist etwas Besonderes, wie ein Endpunkt, eine Raststation.“

Oder eine Lichtung, umgeben von Landschaft. Die Architekten Elmar Ludescher und Philipp Lutz haben sie zu lesen verstanden und sechs schlichte Baukörper geschaffen, das traditionelle Bauen in der Region als Vorbild. Die Häuser, sagen die Architekten, sollten mit „einer gelassenen Selbstverständlichkeit Teil der Umgebung“ werden. Durch die Holzfassaden können die einzelnen Baukörper in den Ort „hineinaltern“. Durch die Fensterbänder mit den drehbaren Holzlamellen, die sich über alle Gebäude ziehen, kann der Ort ins Innere der Häuser „hineinwachsen“. Carmen Can: „Von jedem Zimmer, von jedem Fenster in jedem einzelnen Gebäude, hat man einen anderen Ausblick, lebt mit einem anderen Draußen. Vom Tenn sieht man auf die weiten Hügel des Bregenzerwalds, vom Schopf (einer Art Veranda) vor dem Saunahaus aus blickt man auf die Winterstaude.“

Apropos Sauna: Das Fuchsegg ist kein Chaletdorf. Hier hat jedes Gebäude seine eigene Funktion, sein eigenes Raumkonzept. Zu erreichen sind die einzelnen Gebäude nur oberirdisch, auf bekiesten Fußwegen zwischen Wiesen oder Schnee. „Dadurch erlebt man die Jahreszeiten und das jeweilige Wetter. Außerdem kommt kein Seminargast in die Verlegenheit, in der Hotellobby einem Saunabesucher im Bademantel zu begegnen und umgekehrt.“ Das Draußen spielt eine Hauptrolle in der stimmigen Baukörper- Inszenierung, dazu passt auch der riesige Pool unter freiem Himmel.

Kindheitserinnerung: Heidelbeerblaue Inseln

So magisch die Anfahrt nach Schetteregg, so zauberhaft auch der Eintritt ins Gasthaus des Fuchsegg. Die schweren Holzschiebetüren des der Straße am nächsten gelegenen Gebäudes öffnen sich lautlos, schon gleitet man in einen abgedunkelten Raum. Mit heidelbeerblauen Wänden aus Filz. Alles wirkt gedämpft, weich und angenehm. Mit dem Mantel legt man auch den Alltag ab und tritt wieder durch eine Schiebetüre in einen weiten Raum. Darin zeigen sich durch unterschiedliche Beleuchtung und Möblierung gegliederte Rauminseln. In deren Mitte eine lange Tafel in Stehhöhe. Hier lässt es sich ankommen und Ausschau halten.

An den beiden unteren Seiten des Eingangs öffnen sich Türen in die Restaurantbereiche. An den Seiten die Rezeption und eine großzügige Bar, gegenüber eine Lounge und in der Verlängerung zum Eingang der Sofabereich vor dem Kamin, in eine raumhohe Wand aus Kacheln integriert. Ausnahmslos alles im Fuchsegg stammt von Handwerker*innen aus der Region, die Kacheln wurden von Karak, einer Manufaktur in Vorarlberg, gefertigt und gebrannt. Ihre Farbe ähnelt dem Äußeren und dem Inneren der Heidelbeere – wieder eine Erinnerung an Carmen Cans Kindheit: „Wir haben damals immer ganze Körbe voll mit diesen Beeren gesammelt. Das ,Hoadla‘ (Heidelbeerpflücken – Anm.) gehört hier zum Herbst wie der Schnee zum Winter. Die Farbe der Beere hat einen hohen Schwarzanteil, was dem Blau die Kühle nimmt. In Kombination mit dem Dunkeltiefrot des Fruchtfleischs ein Spektrum, das nun die gesamte Kaminwand füllt.

Dass die Kacheln nach einer uralten japanischen Brennmethode geschaffen wurden, die auf dem Zufallsprinzip beruht, wissen die Gäste wohl nicht, aber sie spüren ihre Qualität intuitiv. Kaum einer, der nicht mit den Händen über die Kaminwand streicht und Material und Farbe zu begreifen versucht.“ Oberhalb des Restaurants befinden sich die weitläufigen Seminarräume, eine Lounge, eine Bibliothek mit Galerie und mehreren Lesetischen, ein Raum für Yoga oder einfach zum Ausruhen, mit einem breiten, überdachten Balkon davor. Im Untergeschoß liegen Spielräume für Kinder und der Weinkeller. „Ganz im Sinne der Gemeinsamzeit sind bei uns Paare, Freundes-Cliquen, Familien mit Großeltern sowie Seminargäste gleichermaßen willkommen. Denn wir können aufgrund der einzelnen Häuser auf die unterschiedlichen Bedürfnisse eingehen. Kinder und Erwachsene können sich ausbreiten, es gibt genügend Platz für einen Rückzug, etwa auch ins Tenn. Das ist eine Art überdachter Freiraum.“

Erinnerungsspuren eines Fuchses

Viel Raum und Freiheit in der Nutzung gibt es auch in den Wohngebäuden. So unterschiedlich die Häuser, so unterschiedlich auch die Typen der Zimmer: zu einer größeren Wohnung zusammenfassbare Doppelzimmer, Suiten, Kamin-Lofts und Chalets mit eigenem Eingang. Eines haben die Gasträume alle gemein: die Ausstattung mit Möbeln von Bregenzerwälder Handwerker*innen, fast alle Mitglieder des Werkraum Bregenzerwald, und den Einsatz von nachhaltigen Materialien. „Die Wände sind alle aus sägerauer und gebürsteter Weißtanne, das Holz steht für den Bregenzerwald und wurde auch überwiegend hier vor Ort geschlägert.

Die Möbel in den Zimmern bestehen aus Ulme, Esche und Ahorn, wirken luftig und leicht und sind etwa neben den eleganten Kaminöfen vor allem praktisch im Gebrauch. Damit sind wir auch in der Ausstattung von den Vorsäßen inspiriert worden. Diese Vorsäße sind ein wesentlicher Bestandteil der Dreistufenlandwirtschaft, die Mittelstufe und Zwischenstation, bevor die Kühe vom Heimgut für den Sommer auf die Alpe ziehen. Gebaut wurden die Hütten aus dem, was einfach da war; sie müssen als Behausung funktionieren, Wärme und Schutz bieten vor einem Draußen, das gleichzeitig Lebensgrundlage ist.“

Das Fuchsegg ist eine Hommage an die anonyme Architektur der Region, eine Verneigung vor der Landschaft und ihren Bewohner*innen. Wozu im Übrigen auch der Fuchs zählt. Als unabhängig und anpassungsfähig bekannt, ist er seit Carmen Cans Kindheit ständiger Mitgenießer der Schettereggschen Abgeschiedenheit und deshalb seit langem ihr Lieblingstier. Im Fuchsegg hat er sich auch selbst eingeschrieben und im damals noch nicht ganz trockenen Estrich eines der Gebäude seine Spuren hinterlassen.

Autorin: Carina Jielg
Ausgabe: Reisemagazin Winter 2021-22

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