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Der Zauber von Schuberts Liedern im Wald

Der Zauber von Schuberts Liedern im Wald

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Der Zauber von Schuberts Liedern im Wald

Die Schubertiade in Schwarzenberg und Hohenems ist eines der bedeutendsten Lied- und Kammermusikfestivals.

Seit über 35 Jahren leitet Gerd Nachbauer die Geschicke der Schubertiade in Vorarlberg, die er zu einem der bedeutendsten Lied- und Kammermusikfestivals der Welt gemacht hat. Begonnen hat der stille Impresario 1975/76 als Geschäftsführer der neu gegründeten Schubertiade neben dem Sänger Hermann Prey. Der hatte damals die künstlerische  Leitung inne, trat jedoch bereits 1980 von seinem Amt zurück. Nachbauer übernahm die Gesamtleitung.

Damals fand das Festival noch im Rittersaal und Innenhof des Palastes Hohenems statt. Später wich man auf weitere Spielorte aus, so auf Feldkirch. „Es galt“, erklärt Nachbauer, „einen Ort zu finden, an dem erstklassige Musikdarbietungen  mit dem Reiz der ländlichen Umgebung verschmelzen konnten.“ Immer wieder organisierte er deshalb Landpartien in die Umgebung. Eine von ihnen führte nach Schwarzenberg im Bregenzerwald. Hier fanden 1994 erste Schubertiade-Konzerte statt.

In den folgenden Jahren wurde der nach der Malerin Angelika Kauffmann (1741–1807) benannte Konzertsaal in Schwarzenberg auf 600 Plätze erweitert. Der schlichte Holzbau fügt sich ins historische Ortsbild und besticht durch eine Akustik, die den Vergleich mit den besten Sälen der Welt nicht zu scheuen braucht. Seit 2001 ist Schwarzenberg Hauptspielort der Schubertiade.

„Im Großen und Ganzen stimmt jetzt alles“, sagt Nachbauer. „Ein internationales Publikum hat sich eingefunden und bevölkert die Hotels der ganzen Talschaft. Wir haben zwei mustergültige Säle – neben dem Angelika-Kauffmann-Saal in Schwarzenberg den Markus-Sittikus-Saal in Hohenems – und können uns ganz auf die Musik konzentrieren.“

In seiner Planung ist Gerd Nachbauer so konservativ wie konsequent. Er setzt auf ein hochstehendes Programm, in dessen Zentrum Schubert steht – mit Blick auf seine Vorläufer, Zeitgenossen, Nachfolger. Nachbauers Ehrgeiz ist es, neben Werken wie den Liederzyklen sowie den späten Streichquartetten und Klaviersonaten, die das Publikum jedes Jahr  wieder in neuer Interpretation hören will, auch Kenner stets aufs Neue zu überraschen.

„Natürlich träume ich davon“, sagt er, „dass wir hier eines Tages sämtliche Werke von Schubert aufgeführt haben werden. Wir sind auf gutem Weg dahin. Aber es fehlen immer noch knapp hundert Lieder.“

Der Erfolg gibt Nachbauer recht: Jährlich strömen rund 40 000 Besucher zur Schubertiade. Seit 1991 finanziert sich das Festival ausschließlich durch den Kartenverkauf. Die Atmosphäre des Orts, die Akustik des Saals, die unverstellte Freundlichkeit der Betreuung werden von  den Musikern aufs Höchste gelobt. Für die Weltelite der Schubert-Interpreten ist es eine Freude und Ehre, hier aufzutreten. „Es haben sich Freundschaften entwickelt“, so Gerd Nachbauer bringt die besten Schubert-Interpreten nach Schwarzenberg in der Bregenzerwald Nachbauer. „Nur eine kleine Handvoll an Künstlern waren für uns bis heute aus praktischen Gründen – Repertoire, Termin, Honorar – nicht erreichbar.“ Im Programm gilt es, einen Ausgleich von Kontinuität und Wechsel zu finden. Manche Künstler – Christoph Prégardien, Thomas Quasthoff, András Schiff, das Belcea-Quartett – kommen immer wieder. Das erwarten die Gäste.

Auf CD ist die Schubertiade nicht sehr präsent. „Die Idee einer Schubertiade-Edition ist immer wieder an vertraglichen Problemen gescheitert“, sagt Nachbauer. Sei’s drum! Den wahren Zauber der Schubertiade erlebt ohnehin nur, wer sich nach Schwarzenberg begibt.

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