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Der Urbauer

Der Urbauer

Sein Pferd ist gestorben, seine Landwirtschaft kleiner geworden, doch noch immer besitzt er keine Maschinen.

Es riecht nach Heu, Kuh, feuchter Mauer und Schnee. Emanuel Helbock steht im Tenn seines Hofes und während er ein, zwei „Buschla“ aus seinem wohl geordneten Holzvorratsstapel nimmt und erklärt, dass er die Reisigbündel noch selbst von Hand anfertige, formt sein Atem kleine Wölkchen. Es ist kalt. Emanuel Helbock wirkt trotzdem froh – vielleicht, weil er da ist, wo er hingehört, vielleicht, weil alles so ist, wie es sein sollte, wie es eben immer war – auf seinem Hof. Das alte Bregenzerwälderhaus – mit Viehund Wohntrakt unter einem Dach – steht gleichsam mitten in Großdorf, unweit der Kirche, umgeben von weiteren Höfen, die allesamt größer sind, mehrere Renovierungsetappen hinter sich haben und nicht zuletzt mit einem stattlichen Fuhrpark in der Einfahrt sehr modern wirken. Helbocks Hof ist anders. Geradezu spektakulär unscheinbar. Als ob die groben Veränderungen, die die Zeit mit sich zu bringen pflegt, den anderen gehörten, als ob sie an Helbocks Hof ohne Berührung vorbeizögen. Emanuel Helbock ist „Ur-Bauer“, er sagt: „Ich führe die Landwirtschaft so, wie ich es kann.“ Er macht es so, wie es vor etwa 100 Jahren üblich war, und das schon ziemlich lange – Helbock ist 75. Und sieht aus wie 60. Noch vor 30 Jahren habe es einige mehr gegeben, die einen ähnlich urtümlich-ursprünglichen Ansatz in der Landwirtschaft verfolgt hätten – heute bilde er mit ein, zwei anderen die Ausnahme, erzählt er.

Emanuel Helbock hat fünf Kühe, ebenso viele Kälber, keinen Traktor – nicht einmal einen Führerschein. Also auch kein Auto, lediglich ein Moped. „Mit Maschinen kann ich nicht viel anfangen, ich mag es, wenn es still ist.“ Das Vieh wird in einem alten, für heutige Maßstäbe sehr kleinen, dafür aber warmen Stall mit Klapptüren gehalten. Das Heu kommt direkt vom oberen Heustock. Das mit dem Heuen sei ja so eine Sache. Und mit dem Ausbringen der Jauche auch, sagt einer, der es gewohnt ist, alles allein, eigenhändig zu machen. Früher habe er die schweren Arbeiten mit seinem Pferd erledigt. Nachdem dieses nun vor einigen Jahren an Altersschwäche gestorben ist, nimmt Helbock die Hilfe des Maschinenrings in Anspruch. Nicht so auf dem Vorsäß. Dort, auf 1.050 Metern Höhe, gegenüber der Winterstaude, werden die ungedüngten Bergheuwiesen ausschließlich von Hand gemäht. „Das macht so schöne Geräusche.“ Auf dem Vorsäß ist Emanuel Helbock am liebsten. Jedes Jahr für mindestens sechs Monate, länger als alle anderen. Im Vorsäß wie auf dem Hof gibt es inzwischen Strom – „darauf möchte ich auch nicht mehr verzichten“, lächelt Helbock und seine blauen, wachen Augen tun es auch. „Aber einen Fernseher brauche ich nicht – stattdessen habe ich meine Zither.“ Die spielt er auch an manchen Abenden in geselliger Runde oder auf Veranstaltungen – im Vereinsleben ist Helbock überhaupt ungeheuer aktiv. Was 41 Jahre Mitgliedschaft etwa im Kirchenchor zeigen. Nur beim – wie er sagt – „Aufrüsten auf Großbauer, beim Immer-größer- Werden“ mache er nicht mit. „Viele sagen zu mir, ich sei ein Lebenskünstler. Das finde ich nicht. Ich bin einfach zufrieden mit dem, was ich habe. Mehr brauche ich nicht.“

Autorin: Carina Jielg
Ausgabe: Reisemagazin Winter 2010/11

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