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Der Eskimo im Wald

Der Eskimo im Wald

Der Hotelier Fritz Schlierenzauer hat ein besonderes Gespür für den Schnee: Er misst ihn seit bald vierzig Jahren.Mit 24 Metern Schneefall im Winter 1967 hat Schlierenzauer den Rekord in Warth-Schröcken gemessen.

Fritz Schlierenzauer, der Hotelier in Warth-Schröcken, ein Eskimo? Wenn es um das Gespür für Schnee geht, ist er den Eskimos ebenbürtig. Zu denen gehören die Inuit im arktischen Zentral- und Nordostkanada und auf Grönland sowie die arktischen Volksgruppen der Yupik und der Aleuten. Sie haben viele Namen für den Schnee, je nach seiner Beschaffenheit, seinem Zustand oder seiner Entwicklung. So viele Namen, wie es anderswo Käsesorten, Speckvarianten oder Pizzarezepte gibt.

Bis zu 24 Meter Schnee wirft der Winter in Warth ab. Das Weiße Gold hat einiges zu bieten: einiges an Spektakel und an Vergnügungen, aber auch an Gefahren. Schlierenzauer, der Schneemann, kennt sie alle und weiß, wie mit ihnen umzugehen ist. Er misst den Schnee – egal ob Pulver, Griesel oder Harsch. Zweimal pro Monat erstellt er ein Schneeprofil. Dazu sticht er eine Grube aus und überprüft im Querschnitt die einzelnen Schneeschichten. Bei der Schneemesserei geht es nicht nur um Rekorde oder Statistiken. In erster Linie geht es um ganz praktische Belange, um die Sicherheit auf den Skipisten und im freien Gelände, um Lawinen, Schneebretter oder Straßensperren.

 

Hier heroben, auf beinahe 2.000 Meter Seehöhe im durchwegs steilen, weithin sich selbst überlassenen Gelände, tut der Schnee, was er will – und muss. Das regelmäßig erstellte Schneeprofil gibt Auskunft über das zu erwartende Verhalten der meist mehrere Meter dicken Schneedecke. Daraus lassen sich überlebenswichtige Informationen für Skitourengeher, Freerider oder auch Spaziergänger gewinnen. Angefangen hat Fritz Schlierenzauer mit dem Schneemessen vor 37 Jahren. Der Skilehrer und Tourengeher lernte damals, worum es geht im Schnee. Sein Gespür für die Gefahr erwachte. Im  Alpinkurs paukte er Theorie, auf den Hängen gewann er praktische Erfahrung.

Nun sind es bald vierzig Jahre, die Fritz Schlierenzauer neben seiner Arbeit als Hotelier im Dienst der Lawinensicherheit arbeitet. Eine Arbeit, die vor allem frühes Aufstehen erfordert. Tag für Tag heißt es bei jedem Wetter um 6:30 Uhr den zwar kurzen, aber oft tief verschneiten Weg zur Messstation zurückzulegen. Bereits um 7 Uhr sollen alle wichtigen Daten über die Landeszentrale den Skifahrern, Liftbetreibern, Tourengehern, den Autofahrern und den Dorfbewohnern zur Verfügung stehen. Wie das Beispiel der schrecklichen Lawine von Galtür im Jahr 1999 zeigt, kann man nie vorsichtig, also vorausschauend genug sein.

 

Am kritischsten sind nicht die hohen Lawinenwarnstufen – da traut sich niemand mehr auf die Pisten oder vors Haus. Am meisten unterschätzt wird die Stufe 3. Die verwechseln viele mit einem Dreier im Zeugnis! Außerdem ist der Lawinenwarnbericht etwas, das genau gelesen sein will – und mit Hirn! Eine angekündigte Erwärmung zum Beispiel ist ein Hinweis auf „schweren Schnee“; Wind führt zu gefährlichen Verfrachtungen. „Die Schneeschuhwanderer sind die Halbschuhtouristen des Winters“, grollt Schlierenzauer. Ihr Wissen über den Schnee ist oft allzu gering. Dagegen arbeitet er unermüdlich an.

Von der Schneemenge her war der Winter 2010/11 ein gemütlicher Winter. Im Vergleich zur Rekordmenge von 24 Metern im Winter 1967 – „damals sind wir nur noch von oben in die Häuser gekommen“ – erscheinen die bisher gemessenen sechs Meter wenig. Selbst der langjährige Durchschnitt liegt noch bei gut elf Metern. Gemessen vom Eskimo des Bregenzerwaldes.

Autor: Peter Natter
Ausgabe: Reisemagazin Winter 2011-12

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