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Aus zwei wurde eins

Aus zwei wurde eins

Aus zwei wurde eins

Einst gab es auf dem Gebiet des heutigen Langenegg zwei Dörfer. Mittlerweile ist es eine vorbildliche Gemeinde, die 2010 den Europäischen Dorferneuerungspreis erhalten hat.

„Schau da! Rechts hinauf!“ Meine Frau ruft es fast. „Ist es nicht wunderbar, wie das Langenegger Kirchlein auf dem Hügel steht?“ Als wir auf der Ebene ankommen, meine ich: „Ja, hübsch – aber die Kirche bildet hier nicht, wie sonst üblich, den Ortskern.“ Vor knapp hundert Jahren gab es noch Oberlangenegg und Unterlangenegg. Ein reich gewordener Bauer, Georg Fuchs, hat die Zusammenlegung erreicht. Sein Vermögen vermachte er der Gemeinde unter der Bedingung, dass beide Orte zu einem Langenegg werden. Die Vorderwälder haben damals schon aufs Geld geschaut und sind dem Wunsch gefolgt. Deshalb steht hier auch eine dieser rostfarbenen Stelen des Umgangs. Die nächste kommt erst wieder im heutigen Dorfzentrum, beim Bachhaus, das dem großzügigen Spender gehörte.

Meine Frau steht vor einigen Hinweistafeln. „Schau mal, was es da für Wege gibt. ‚Wanderbares Langenegg‘ nennt sich das. Einen ,Lausbubenweg‘ gibt es, einen ,Libellenweg‘, einen ,Leseweg‘. Und einen ,Energieportalweg‘. Der ist spannend, den gehen wir jetzt.“ Wir schreiten voran, vorbei am Hotel „Krone“ – nicht nur ein Tagungshotel, sondern auch ein bekanntes Speiserestaurant. Wie immer will ich mein Wissen anbringen und erkläre, dass Langenegg nicht nur diesen Weg geschaffen, sondern über 200 Maßnahmen für eine bessere Umwelt gesetzt hat. „Dafür hat die Gemeinde auch einen internationalen Energiepreis erhalten und ist natürlich auch e5-Gemeinde.“

Der Weg führt über einen Hügel, immer wieder gibt es Informationen, zum Beispiel zu „Sonne und Zeit“, einer mit großen Steinen ausgestatteten, alemannischen Sonnenuhr. Das gefällt meiner Frau. „Spannend, was eine doch kleine Gemeinde alles machen kann.“ Kein Wunder, dass Langenegg 2010 den Europäischen Dorferneuerungspreis erhalten hat. Am Ende des Weges stehen wir wieder mitten im neuen Dorfzentrum. Rostrote Stelen, wohin man schaut. Der ADEG-Markt, das Café Stopp und der Kindergarten. Sie bestimmen das neue Ortsbild von Langenegg und stammen alle von den Architekten Josef Fink & Markus Thurnher. Es zeigt sich auch hier, dass es für den Ensembleeindruck schon Sinn macht, guten Architekten treu zu bleiben. Auch die Dorfsennerei wurde ausgezeichnet – zu Recht übrigens, wie meine Frau meint: „Da habe ich schon öfter eingekauft, die verarbeiten nur Heumilch, immerhin drei Millionen Liter im Jahr. Und daraus machen sie einen ganz wunderbaren Käse, vor allem den Langenegger Dorfkäse.“ Ich habe ihn schon oft mit Genuss gegessen.

Aber ich weiß auch Anderes, Tragisches zur Sennerei: „Hier haben mutige Langenegger am 1. Mai 1945, am Ende des Zweiten Weltkrieges, NSDAP-Funktionäre verhaftet und eingesperrt. Doch dann rückten SS-Truppen von mehreren Seiten gegen die Sennerei vor und erschossen sechs Langenegger Familienväter. Man muss die Namen dieser Helden nennen: Adolf Schwärzler, Josef Nußbaumer, Martin Gmeiner, Robert Bader, Otto Bechter und Innozenz Bader. Sinnlose Opfer eines verbrecherischen Regimes.“ Still gehen wir weiter. „Zwei Häuser aus dem Umgang haben wir noch nicht angeschaut“, kritisiert meine Frau. „Das Haus E. und das Haus R. Erzähl mir was dazu.“ „Wirklich viel weiß ich auch nicht“, muss ich gestehen. „Aber das eine, das Haus E., stand bei seiner Errichtung 1984 heftig in der Kritik. Zu neu war vieles, vor allem auch die Architektur – man war wohl noch nicht wirklich reif für zeitgemäßes Bauen. Anders das Haus R., das Rote Haus. Ein Unikum, da dieses Haus aus dem 18. Jahrhundert ursprünglich an anderer Stelle, vermutlich im Rheintal oder gar in der Schweiz, gestanden ist. Es wurde abgetragen und hier wiederaufgebaut – bei Holzstrickbauten aus damaliger Zeit gar nicht so selten. Nur: Mit dem Bregenzerwald hat es nichts zu tun.“ „Bei so viel Neuem“, sagt meine Frau, „kriegt man ja richtig Hunger. Wir haben die Runde fertig – also gehen wir jetzt essen. Und zwar gut, wie wir es im Bregenzerwald gewohnt sind.“ Genau das machen wir.

Autor: Walter Fink
Ausgabe: Reisemagazin Bregenzerwald – Sommer 2023

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