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Schwarzenberg

"As git Mändle, Wieble und Schwarzobergar“ („Es gibt Männer, Frauen und Schwarzenberger“), sagen viele Vorarlberger. Sie spielen damit auf den Fleiß, die Sparsamkeit und den Eigenwillen der Bevölkerung des Dorfes an.

Wanderkarte

Dieses gilt als prächtigstes im Bregenzerwald. Sein Reichtum zeigt sich in den großen, alten Häusern – und darin, dass es als einziger Ort im Hinterwald eigene Alpen besitzt. Außerdem verfügt es auch über einen beachtlichen kulturellen Reichtum in Form der Schubertiade, moderner Architektur, lokaler MusikerInnen, illustrer Gäste und der Angelika-Kauffmann-Gedenkstätten. Um das Dorf liegen Weiler-Siedlungen mit herrlichen Ausblicken auf die Landschaft des Bregenzerwaldes.

Der Rundweg interaktiv

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1. Gasthof Adler

Das Gasthaus wurde 1756 erbaut. 1990 war eine Generalsanierung fällig. Der Architekt und die Handwerker machten aus dem „Adler“ ein Baujuwel. Eine Folge von Räumen zeigt den Wechsel von Denkmalpflege und moderner Gestaltung. Bei der Sanierung wurde die ursprüngliche Holzstrickfassade freigelegt. Sie zeigt helle Ornamente auf dunkelroter Farbe, dem „Ochsenblut“. Bei diesem vor Ort hergestellten Anstrich dient Blutserum als Bindemittel. Das Rot stammt von Eisenoxyd. Sumpfkalk und Kalkwasser beugen Schimmel vor. Leinölfirnis dringt in feinste Fugen und weist Wasser ab.

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2. Hotel Gasthof Hirschen

Die Fassade ist Spätbarock, die Geschichte hochadelig. In diesem seit über 250 Jahren bestehenden Wirtshaus stiegen Könige und Edelleute ab. Heute nächtigt im „Hirschen“ auch, wer international zur Prominenz gehört. Um 1850 schrieb der deutsche Dichter Eduard Mörike: „Das Wirtshaus ist ganz aus Holz mit Schuppenwänden. Die ganze Einrichtung ist reich, nobel und übertrifft an Annehmlichkeit und Reinlichkeit bei weitem die Gasthöfe der Stadt.“ Das gilt auch heute noch. Die Stuben sind gemütlich und von historischer Eleganz – eine einmalige Verbindung von Bregenzerwälder Architekturgeschichte und Gastlichkeit.

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3. Tanzlaube

Einst war hier der Tagungsort des örtlichen Gerichts. Der Name „Tanzhüsle“ geht auf den Brauch zurück, die Sitzung mit einem Tanz abzuschließen. Sehr förmlich freilich und mit nur drei Tänzen unter Aufsicht der Älteren. Tanzlauben gab es früher in fast allen Orten des Bregenzerwaldes. Diese, die letzte im Bregenzerwald, ist in den Jahren nach dem Dorfbrand 1755 entstanden. Hier traf man sich zwischen Wirtshäusern, Kirche und Markt, um neueste Verlautbarungen zu hören und Neuigkeiten auszutauschen – die Laube war also eine Art Nachrichtenzentrale für Ereignisse des Gemeindelebens.

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4. Angelika Kauffmann Museum

Geboren wurde sie 1741 in Chur, berühmt geworden ist sie in London und gestorben in Rom. Dennoch gilt Angelika Kauffmann als österreichische Künstlerin und ihr Museum steht in Schwarzenberg. Ihr Vater Joseph stammte von hier. 1757 erhielt er den Auftrag, die durch Brand zerstörte Pfarrkirche neu auszumalen. Auch Angelika malte mit: nämlich die zwölf Apostel über den Kreuzwegstationen. Als Vorlage dienten ihr Kupferstiche des Venezianers Piazzetta, die sie in Freskotechnik ausführte. Ihr Museum ist die vorbildliche Umgestaltung des Wirtschaftsteils eines traditionellen Bregenzerwälder Bauernhauses.

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5. Weiler Beien

Das Wort „Weiler“ geht auf das lateinische „villare“ (Ansiedlung) zurück. Es bezeichnet eine Ansammlung weniger Gebäude ohne ein zentrales wie Kirche oder Gasthaus. Ursprünglich eine wirtschaftliche Einheit und als solche zinspflichtig, führte Erbteilung unter Bauern zu mehreren Gütern mit eigenen Häusern. Diese „Bauernstellen“ waren wirtschaftlich selbstständig, aber durch Weilerordnungen doch auch an ein gemeinsames Wirtschaften gebunden. Einzäunen und Wegführung wurden gemeinsam geregelt. Es gab Brunnenund Sennerei-Gemeinschaften und die gemeinschaftliche Nutzfläche, die „Allmende“.

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6. Haus Hof 6

Das rund 400 Jahre alte Baudenkmal wurde für zwei Familien umgebaut. Das Wohnhaus präsentiert sich nun als denkmalgerecht und modern saniert – die alten Stuben und Kammern wurden beibehalten. Beim Einbau der Wohnung im Wirtschaftsteil, also dem alten Heustadel, wagte der Architekt, der selbst hier wohnt, einen außergewöhnlichen Entwurf: keine Zimmer, keine Stockwerke. Stattdessen schrauben sich im großzügig verglasten Gebäude die Wohnebenen, um etwa ein Viertelgeschoß versetzt, in die Höhe. Sie sind offen oder nur durch Glaswände und Vorhänge getrennt. Zeitgemäße und historische Bauvorstellungen greifen überraschend ineinander.

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7. Angelika Kauffmann Saal

Die Idee stammt von einem berühmten Sänger: Hermann Prey. 1976 hielt er in Hohenems die erste Schubertiade ab. Schuberts Genie sollte einen gebührenden Platz in unserer Zeit bekommen und seinem Werk ähnliche Aufmerksamkeit zuteil werden wie dem Mozarts und Beethovens. Ab 1994 kam es zu sogenannten „Landpartien“, bei denen Musikstücke aufgeführt wurden, die Schubert auf Reisen komponiert hat. Eine der Landpartien führte nach Schwarzenberg. Und hier ist die Schubertiade geblieben – auch dank der feinen Akustik des 2001 umgebauten Angelika Kauffmann Saals.

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