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Lingenau

Alles Käse? Fast könnte man es meinen, wenn man vor dem Ortseingang von Lingenau auf den riesigen Käsekeller aus Beton stößt. 33.000 Laibe reifen darin.

Wanderkarte

Die Käselaibe sind der Stolz des Vereins KäseStrasse. Ein Stück weiter Richtung Ortszentrum steht die St. Anna Kapelle. Sie wurde aus einem am Rande des Ortes gewachsenen Stein errichtet: dem Quelltuff, zu dem ein eigener Weg führt. Und noch ein Gebäude am Ortsrand ist etwas ganz Besonderes: die alte Holzbrücke über die Subersach. Sie stammt vom Planer des Suezkanals, Alois Negrelli.

Der Rundweg interaktiv

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1. Gasthof Wälderhof

Was macht ein gutes Gasthaus aus? Natürlich die Wirtin und ihre Mitarbeiter. Sie begrüßen ihre Gäste schon beim Frühstück mit einem Lächeln. Und einer eigenen Morgenpost mit Vorschlägen, wie man den Tag auf unterhaltsame und abwechslungsreiche Weise verbringen kann. Im Wälderhof sind es die kleinen Dinge und Details im Haus, im Service und bei den Speisen, die den Aufenthalt angenehm gestalten. Das reicht von regionalen Produkten in der Küche bis zu Sprüchen und Blumen im ganzen Haus. Vor allem aber sind es die Herzlichkeit der Wirtin und die Gespräche mit ihr, die den Wälderhof unvergesslich machen.

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2. Kirche

Seit der Renovierung im Jahr 2010 besitzt Lingenau eine der meistbeachteten neuen Kirchen im Land. Das 1871 nach einem Brand erbaute Gebäude wurde, ausgehend vom Kirchenpatron Hl. Johannes der Täufer und unter Berücksichtigung der vorhandenen Fenster, auf das heutige Verständnis von Liturgie hin neu interpretiert. Durch die kreative Verwendung des Materials Stein wurde eine reiche Symbolik geschaffen, die die Besuchenden zum Schauen und Staunen einlädt. Die Darstellungen spannen sich vom Jordan, in dem Jesus von Johannes getauft wurde und an dessen Ufern der Olivenbaum wächst, bis hin zum Kreuzweg, der die Unebenheiten unseres Lebens in sich aufnimmt.

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3. Haus S.

Der Bregenzerwald besitzt so viel alte Bausubstanz – hauptsächlich Bauernhäuser –, dass für ein Vierteljahrhundert auf jeden Neubau verzichtet werden könnte. Wie man Altes neu belebt, zeigt dieses 1996 umgebaute Haus. Der Bauherr ist hier aufgewachsen, aber (auch nicht untypisch) im Ausland tätig. Er ließ den alten Wohnbereich technisch sanieren und nutzt ihn als Bleibe. Der ehemalige Schopf war zeitweise ein Krämerladen und wurde zu einer Wohnung über drei Geschoße ausgebaut. Auch das Erdgeschoß des ehemaligen Wirtschaftsteils wird neu genutzt. So entstand ein Haus für Lebensgemeinschaften in stetigem Wandel.

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4. Käsekeller Bregenzerwald

Bergkäse reift bei einem gleichmäßigen Raumklima von rund 13 Grad Celsius und mindestens 90 Prozent Luftfeuchtigkeit. Dazu nutzt man vorwiegend steinerne Erdkeller. An sie erinnert dieser große Käsereiferaum. Da im Erdreich dauernd Feuchtigkeit und Druck widerstanden werden muss und große Spannweiten zu überbrücken sind, wurde Beton als Baustoff gewählt. Bei diesen Ausmaßen – immerhin 33.000 Käselaibe reifen hier – kann das Gebäude allein das Raumklima nicht konstant halten. Daher ist der Keller eine vollklimatisierte Produktionsstätte, in der Roboter täglich die Käselaibe einreiben und wenden.

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5. St. Anna Kapelle

Der Bau der Kapelle an der ersten Weggabelung in Lingenau fällt genau in jene Zeit, als die Bregenzerwälder Barockbaumeister ihre größten Werke im Bodenseeraum schufen. Die Form eines griechischen Kreuzes setzt sich vom Grundriss über den Dachstuhl bis zum Türmchen fort. Die Altarbilder und das Deckengemälde des Schrunser Künstlers Honold stammen aus der Renovierung 1968 und fügen sich harmonisch ins Gesamtbild. Die Kapelle ist aus leicht zu bearbeitendem Lingenauer Quelltuff gemauert. Dieser wächst buchstäblich am nahen Geländeabbruch zur Subersach. Kalkhaltiges Wasser umspielt Gräser, Wurzeln, Äste sowie Kleingetier und umhüllt alles Schicht für Schicht mit Kalk.

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6. Wohnblock Wälder Versicherung

Die beiden Wohnbauten zeigen bei aller Ähnlichkeit zwei unterschiedliche Versuche, verdichtetes Wohnen im „Land der Häuslebauer“ einzuführen. Die erste Wohnanlage aus dem Jahr 1998 besteht aus fünf zweigeschoßigen Reihenhäusern in Massivbauweise mit Holzfassaden. Ihr stehen acht Kleinwohnungen mit Gärten und großen Balkonen im Obergeschoß gegenüber, die 2005 fertig gestellt wurden. Beides sind flächensparende Wohnformen, die hier aber erst um Anerkennung ringen müssen. Doch die Gestaltung der Wohnhäuser zu Bauten im ortsüblichen Maßstab und mit dem Baustoff Holz trägt zur Akzeptanz dieses Bauexperiments bei.

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7. Haus L. + R.

Das Haus, 2004 errichtet, folgt Prinzipien des industrialisierten Bauens: rationelle Abläufe, standardisierte Bauteile. Dank der Modulbauweise wurde das Gebäude aus sechs tragenden Wandtafeln und einigen Decken- und Dachtafeln in wenigen Stunden errichtet. Dabei lagen die Baukosten deutlich unter Vergleichbarem. Ein Wechsel der Höhe in der Kellerdecke lässt einen abwechslungsreichen Wohnraum entstehen, der erstaunlich groß wirkt. Das Haus ist ein schönes Gegenbeispiel zum weit verbreiteten Bemühen, mit ausladenden Vordächern und Balkonen groß zu erscheinen.

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