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Langenegg

Langenegg Talente gibt es in Langenegg viele. Mit manchen kann man sogar bezahlen, denn das Dorf verfügt mit den „Talenten“ über eine eigene Währung.

Wanderkarte

Es hat in der jüngsten Geschichte eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht, ist dank des Einsatzes seiner Menschen aus zwei getrennten Orten zu einer Gemeinde zusammengewachsen. Sichtbarstes Zeichen ist der neu entstandene Dorfkern aus neuen Weißtannenhäusern. Auch für Klima und Umwelt legt man sich hier ins Zeug: Die e5-Gemeinde hat über 200 dokumentierte Maßnahmen zum Schutz der Umwelt gesetzt und wurde dafür auch mit einem internationalen Energiepreis ausgezeichnet. 

Der Rundweg interaktiv

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1. Bach-Hus

Das Bach-Hus nimmt in Langeneggs Geschichte einen wichtigen Platz ein. Es war Wohnhaus von Johann Georg Fuchs, der mit seiner Schenkung zwei Gemeinden zu einem Dorf machte. Achtzig Jahre später entstand auf diesen geschenkten Grundstücken Langeneggs neue Mitte. Doch bereits 1995 wurde der Abbruch des mittlerweile denkmalgeschützten Gebäudes aus der Zeit um 1870 verhindert. Mit der Sanierung des Hauses begann auch der bemerkenswerte Aufschwung Langeneggs. Heute ist das Haus mit Friseur, Arzt, Therapie- und weiteren Betreuungseinrichtungen ein Dienstleistungszentrum des Dorfes.

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2. Kirche

Das Dorf Langenegg zerfiel lange in zwei selbständige Gemeinden: Ober- und Unterlangenegg. Die Grenze bildete der Mühlegraben. Unterlangenegg befand sich im Besitz des Klosters Mehrerau. Oberlangenegg gehörte den Grafen von Bregenz. 1537 wurden die zwei Gemeinden kirchenrechtlich zu einer. 1775 baute man die Dorfkirche – aber sie bildete keine Ortsmitte. Denn erst 1924 erfolgte die politische Zusammenführung der beiden Gemeinden. Johann Georg Fuchs, ein Bauer, vermachte seinen großen Besitz der Gemeinde testamentarisch unter der Bedingung, dass Ober- und Unterlangenegg innerhalb von fünf Jahren zusammengelegt werden.

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3. Haus R.

Sein Ursprung liegt im Dunkeln: Das rote Haus weist mit seinem steilen Dach sowie weiteren Merkmalen ins Rheintal, wenn nicht sogar in die Schweiz. 1777 wurde es hier aufgebaut. Die Legende lässt offen, ob zum zweiten oder schon zum dritten Mal. So ein Ab- und Wiederaufbau ist bei Holzstrickbauten keine Seltenheit. Warum es hierher kam und wo es vorher stand, kann nur vermutet werden. Sicher ist, dass die Gegend im 18. Jahrhundert wohlhabend wurde. Das zeigt sich auch am Ochsenblutrot des bis in die 1960er-Jahre betriebenen Gasthauses „Engel“. Die Farbe signalisierte Wohlstand.

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4. Haus E.

Das 1984 bezogene Haus brachte einen neuen Baustil in den Bregenzerwald. Es erfuhr heftige Reaktionen, erhielt aber 1985 den Staatspreis für Architektur. Dabei wurde vor allem die gelungene Einbindung des Hauses in das bäuerliche Umfeld gewürdigt. Auch der neue Holzbau in Riegelbauweise mit einem Fassadenschirm aus Weißtanne erhielt Lob. Allerdings erregten die roten Deckleisten dieses Schirms Anstoß. Neu waren auch der ungewöhnliche Zugang im Obergeschoß über eine Brücke, der Wintergarten, Fenster mit bogenartigem Abschluss und die Wärmepumpe. Vieles davon setzte sich durch und gilt heute als gebräuchlich.

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5. Dorfsennerei Langenegg

An die Dorfsennerei Langenegg liefern 25 Bauernhöfe jährlich rund 3 Millionen Kilogramm Heumilch. Daraus entstehen eine Vielfalt von Langenegger Käsen und die beliebte Sennereibutter. Heumilch gilt als die ursprünglichste Form der Milchgewinnung. Es wird auf gärendes Futter wie Gras- oder Maissilage verzichtet. Damit kann man, ohne die Milch zu pasteurisieren und ohne Zusatz von Konservierungsmitteln, Käse erzeugen, der über Monate hinweg haltbar ist. Die Kühe erhalten im Sommer hauptsächlich frisches Gras. Im Winter wird das getrocknete Gras als Heu verfüttert. Zur Ergänzung erhalten die Kühe Getreideschrot.

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6. Adeg Markt

Langenegg hat eine eigene Währung: die Talente. Eingeführt bei der Eröffnung des Dorfladens 2008, sollen sie heimischen Betrieben signalisieren: Wir geben Langenegger Geschäften den Vorzug. Die Talente dienen zum Einkaufen oder zum Bezahlen in Wirtshäusern des Währungsverbands. Aber auch Milch, Eier oder kleine Dienstleistungen werden damit beglichen. Talente werden im Schnitt viermal eingesetzt, ehe sie wieder bei der Bank landen. Das unterscheidet sie vom üblichen Einkaufsgutschein, der nur einmal zum Einsatz kommt. Die Kaufkraftbindung der Währung beträgt mehr als eine halbe Million Euro pro Jahr.

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7. Café Stopp

Langenegg erlebt seit einigen Jahren einen rasanten Aufschwung. Die Teilungder Ortschaft war erst 1924 durch einengemeinsamen Kraftakt überwunden worden, jahrzehntelang herrschte wirtschaftliche Stagnation. Mit dem Bau von Café und Kindergarten 2004 sowie dem Lebensmittelmarkt und dem Umbau des Gemeindeamts 2008 erhielt der Ort endlich seine Mitte. Die geometrisch anmutenden Bauten aus Weißtanne und Glas variieren die Bauart des Amtshauses. Mit dem frei stehenden Gemeindeamt und dem Dorfladen bilden sie die Eckpunkte jenes Platzes, der von dem neuen Selbstverständnis Langeneggs zeugt.

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8. Kindergarten

Begonnen hat es mit dem politischen Willen – festgeschrieben im Leitbild der Gemeinde – , das Wir-Gefühl im Dorf zu stärken und die Nahversorgung zu erhalten. Die Vereine vernetzten sich besser untereinander. Die Jugendlichen durften ihre Anliegen in Graffiti-Workshops zum Ausdruck bringen. Die Aktion „Hallo Nachbar“ belebte das Verhältnis der Dorfbewohner. Bürgerjournalisten beteiligten sich an der Gestaltung der Gemeindehomepage. Mittlerweile dienen eigene Dorfabende zur Information über Angelegenheiten der Gemeinde und der Langenegg-Kalender bringt augenscheinlich zum Ausdruck: In diesem Dorf ist was los!

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