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Andelsbuch

Andelsbuch war einer der Ausgangspunkte für die Besiedelung des Bregenzerwaldes. Nach Mitte des 11. Jahrhunderts ließ sich der selige Diedo in Andelsbuch nieder.

Wanderkarte

1170 wurde Andelsbuch zur Pfarre erhoben, sie gilt als die erste Pfarre des mittleren und hinteren Bregenzerwaldes. Heute spielen Handwerk, Bau- und Baunebengewerbe eine große Rolle, vor allem sicht- und erlebbar am Werkraum Haus der Handwerkervereinigung „Werkraum Bregenzerwald“. Daneben bestimmt jedoch die Landwirtschaft mit ihren Weiden und großen Bauernhäusern nach wie vor das Ortsbild.

Der Rundweg interaktiv

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1. Werkraum Haus

Der „Werkraum Bregenzerwald“ ist ein Zusammenschluss von rund 85 Handwerksbetrieben in der Region. Sein Ziel ist die Verbesserung der wirtschaftlichen und gestalterischen Möglichkeiten des Handwerks sowie öffentliche Präsenz. Das Werkraum Haus nach Plänen des Schweizer Architekten Peter Zumthor setzt dafür ein Zeichen. Auf 14 schlanken „Säulen“ ruht ein großes Dach, unter dem sich die Handwerker versammeln. Glasscheiben umschließen den Raum, der zu Ausstellungs- und Vermittlungszwecken dient. Er wirkt wie eine große Vitrine. Der Entwurf und seine gesamte Ausführung durch die Mitglieder des Werkraums folgen einer hohen gestalterischen Präzision.

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2. Alter Bahnhof

Der ehemalige Bahnhof der aufgelassenen Bregenzerwälderbahn ist heute Sitz des gleichnamigen Kulturvereins. Und wie der Bahnhof ein Gebäude ist, an dem Fremde vorbeiziehen und manchmal aussteigen, ist auch der Kulturverein eine Station für internationale Künstler. Sie bringen ihre Ideen und Werke in den Bregenzerwald. Umgekehrt haben hier Künstler aus der Region die Möglichkeit, angereisten Gästen ebenso wie Einheimischen ihre Schöpfungen zu zeigen. So wurde auch die international bekannte Band „holstuonarmusigbigbandclub“, kurz HMBC, in diesem „bahnhof“ gegründet.

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3. Gemeindehaus

Das Gemeindehaus besteht aus zwei Teilen: einem Verwaltungsbau und dem Gemeinderatssaal. Durch den auf vier betonierte Eckstützen gesetzten, und mit einem Flachdach, flächenbündigen Eckfenstern und einer waagrechten Holzverschalung der Fassade gestalteten Gemeinderatssaal wird zum einen der Durchblick in die abzweigende kleine Geschäftsstraße erhalten und zum anderen ein überdachter Vorplatz geschaffen. Die Ähnlichkeit zum ehemaligen Rathaus auf der Bezegg, von dem keine exakte Form überliefert ist, fällt dem Kenner der Geschichte des Bregenzerwaldes als Sinnbild einer „freien Bauernrepublik“, die zum Teil selbst über ihre Geschicke entscheiden kann, auf.

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4. Haus G.

Einst zählten die Besitzer des Anwesens aus Brauerei, Gastwirtschaft, Fuhrunternehmen und Landwirtschaft zu den Honoratioren des Dorfes. Sie stellten auch Bürgermeister. Brauerei-, Gast- und Wohnhaus, Wirtschaftsgebäude und Brauerwohnhaus bilden ein Ensemble, das auf die Barockzeit zurückgeht. Nach einem Brand 1806 standesgerecht erneuert, erhielten die Bauten als Gegensatz zu den Satteldächern einfacher Bauernhäuser Pyramidendächer wie Amtsbauten. Der Hauptbau mit Gewölbekeller ist ein Holzstrickbau. Er umfasst Gaststuben beidseitig eines Mittelflurs. Hier gab es noch in den Sechzigerjahren einen Cafébetrieb.

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5. Volksschule

Der Schulbau aus den späten Sechzigerjahren ist typisch für seine Zeit: ein Flur mit nach Süden gerichteten Schulzimmern. Das schwierige Gelände und die Quellen auf dem Baugrund waren Gründe für die Ausführung als Betonbau. Die versetzte Lage der Hauptflügel mit der in die Erde gesenktenTurnhalle lässt die Schule vorteilhaft in der Landschaft erscheinen. Sie bildet mit Kirche und Friedhofsmauer ein stimmiges Ensemble als Ortseingang. 1992 erfolgte eine gründliche energetische Sanierung, 2009 eine Anpassung an neue Bauvorschriften.

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6. Haus G.

Ein Pionierbau der Vorarlberger Baukünstler, 1987 bezogen. Auf einem betonierten Sockel erhebt sich ein Holzbau. Er ist für diese Bauphase, eine Aufbruchszeit, typisch: So folgt er derstrengen Logik eines Holzständerwerks, was einen hohen Anteil an Eigenarbeitsleistung ermöglichte. Es werden nur wenige Gestaltungsmittel wie Reihe und Quadrat durchgespielt, dafür traditionelle Raumtypen wie der Schopf neu gedeutet. Präzise ausgeführt, verbreiten die Wohnräume ein fast urbanes Flair, wozu einige postmoderne Details beitragen.

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7. Haus K.

Das Haus ist auf Energiesparen ausgelegt, aber zu einem doch noch erschwinglichen Preis erbaut worden. Die Wohnräume mit großen Fensterflächen sind zur Mittagssonne ausgerichtet, im Norden liegen Eingang und Nebenräume. Über einem betonierten Keller erhebt sich ein Holzbau aus vorgefertigten Elementen. Große Fenster sind dreifach, kleine zweifach verglast. Auch ohne Lüftungsanlage erreicht das Haus den Niedrigenergiestandard. Wärme liefert eine Erdwärmepumpe. Ihr tromverbrauch entspricht dem des Haushalts. Eine später installierte Photovoltaik-Anlage produziert mehr Strom als das Haus braucht. 7,5 m³ Regenwasser werden gesammelt und für WC-Anlagen, Waschmaschine und Außenwasser genutzt.

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8. Haus U. + E.

Als „Wohnblock“ bezeichnet man ein Haus mit zahlreichen Wohnungen. Oder die Gebäude eines um einen Innenhof liegenden Ensembles, umgeben von Straßen. Dieses Gebäude hingegen ist auf die umgebende Landschaft und die Himmelsrichtungen ausgerichtet. Etwa von der Größe eines Bauernhauses, versammelt es mehrere Wohnungen unter einem Dach. Die tragenden Wände und Decken sind bis zum Obergeschoß betoniert, darauf steht eine Holzkonstruktion. Die Wohnungen sind beidseitig belichtet. Sie haben bergseitig einen Zugang zum Garten und je einen Eingang vom Hof der Garagen und Mehrzweckräume.

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9. Haus S.

Forscher beobachten ihren Gegenstand, unterscheiden, vergleichen, bewerten, ziehen Schlüsse, suchen Verbindliches. Das macht ein Hausforscher wie Thomas Mennel auch. Dabei kann seine Vorstellung von einem Haus mit dem, was sein Forschungsobjekt darstellt, in Konflikt kommen. Vor allem, wenn er, wie Thomas Mennel selbst, Architekt ist. An dieser Stelle stand einst ein Haus mit gelben Eternitschindeln. Es wurde von zwei eigensinnigen Frauen bewohnt und wurde „Hexenhäuschen“ genannt. Der 1999 fertiggestellte Neubau knüpft mit der unregelmäßigen Eternitfassade, den vertrackten Dacheinschnitten und der ungewöhnlichen Anordnung der Fenster an das Hexenhaus an.

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10. Wälder Versicherung

Das Haus zeigt neue Entwicklungen in der Architektur: So ist der Baukörper kompakt und betont Formen wie Würfel und Giebeldach. Wand und Dachflächen sind gleich. Die unterschiedlich großen Fenster wurden frei auf allen Flächen verteilt und manche sind hinter Latten verborgen. Bezüge zur Struktur des Bauernhauses unterbleiben. Der Bau in Passivhausstandard ist eine moderne Holzkonstruktion. Jeder Teil hat eine spezielle Aufgabe: Trageteil, Versteifung, Dichtung, Dämmung – und Ornament. So kommt das Dach auf 15 verschiedene Schichten. Zuoberst liegt ein Weißtannenrost mit etwas Abstand auf einem schwarzen Foliendach.

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