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Wo wir der Natur begegnen, da finden wir auch uns selbst

In einer Welt, in der alles geteilt, gepostet und in Echtzeit kommuniziert wird, da ist der Moment umso kostbarer, der nur uns gehört.

Das „Ich bin dann mal im Urlaub“ Posting: 33 Likes. Der Cappuccino an der Autobahnraststätte: 28 Likes. Das Selfie am Beifahrersitz: 49 Likes. Der Blick durch die Windschutzscheibe auf die ersten Berge: 45 Likes. Sie sind immer dabei: unsere Kontakte, unsere Friends und Follower. Sie kommentieren uns, unsere Erlebnisse, unsere Eindrücke. Wir drücken für sie den Auslöser und starren erwartungsvoll auf die Touchscreens unserer Smartphones. Sie sehen alles und sie haben zu allem etwas zu sagen. Nur wir selbst sind schon lange verstummt. Kann das Besondere nur besonders sein, wenn wir es auch zeigen und teilen können? Jeden Tag laden wir mehr als zwei Milliarden Fotos in sozialen Netzen hoch. Wir haben eine Welt geschaffen, die kein für sich sein, kein stilles Genießen mehr kennt. Und so haben wir etwas unglaublich Kostbares verloren: den einen Moment, der uns ganz alleine gehört. Erst wenn wir ihn wiederfinden, begreifen wir, wie sehr er uns gefehlt hat. Vielleicht ist es genau diese unbewusste Sehnsucht, die uns an immer entferntere und exotischere Orte treibt. Dabei müssen wir nicht die halbe Welt umrunden. Denn wir finden ihn auch ganz in unserer Nähe. Mitten in Europa. Mitten in einem unschätzbaren Reichtum an Naturlandschaften: von der pannonischen Tiefebene bis zu den hochalpinen Berglandschaften. Die Stille der Natur ist der größte Schatz unserer Zeit geworden. Der schweifende Blick über eine malerische Landschaft, das Geräusch des Windes, der durch die Schilfgürtel eines Sees fährt und dabei die Wellen tanzen lässt, das Plätschern eines Bergbachs, das stachlige und widerspenstige Gras unter unseren nackten Füßen, die warme Rinde eines knorrigen Baums, der harzige Geruch des Waldes, die unzähligen Düfte einer wilden Bergwiese, die Weite und Stille des Hochgebirges, das Adrenalin in unserem Köper, das Pochen unseres eigenen Pulses nach einem langen Aufstieg, der weite Blick über ein Meer von Bergen und schroffen Gipfeln. Wer mit allen Sinnen der Natur begegnet, findet sich selbst. Plötzlich ist man ganz für sich. Man hört, man spürt, man riecht den Ort an dem man ist, und die eigenen Gedanken sind nur noch hier. Kein erwartungsvoller Blick auf die digitalen Reaktionen der anderen, kein hastiger Blick auf eingehende Mails, kein Posting, kein Snapshot. Auf einmal sind sie alle weit, weit weg, unsere ständigen, virtuellen Wegbegleiter. Und das Smartphone, das noch eben die unverzichtbare Lebensader war, ist zu einem irrelevanten, fremden Gegenstand in unserer Hosentasche geworden. Kein „Mir geht’s gut“ muss in die Welt hinaus geschickt werden. Denn es geht uns einfach gut. Wir müssen niemandem mitteilen wo wir sind. Denn wir sind einfach da – endlich angekommen und ganz bei uns.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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